Afghanistan Aktion Afghanistan Frauenrechte: Update

25. August 2010
Herzlichen Dank allen, die an der Aktion zur Gewährleistung von Frauenrechten in Afghanistan im Zusammenhang mit den Friedens- und Versöhnungsgesprächen bereits mitgemacht haben! Bisher haben wir rund 3000 Unterschriften gesammelt. Hier anschliessend finden Sie aktuelle Informationen zum bisherigen Erfolg dieser Aktion.

Trotz erster positiver Resultate der internationalen Lobbyarbeit sammelt Amnesty International weiterhin Unterschriften, um den Druck auf alle beteiligten Parteien aufrecht zu erhalten. Die Unterschriften senden wir in regelmässigen Abständen an den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai.

Zwischenbilanz: Zaghafte Erfolge – und noch viel zu tun!

Im Rückblick auf die «Grosse Peace-Jirga» und die Konferenz von Kabul stellt Amnesty International einzelne positive Entwicklungen fest:

  • an der Peace Jirga vom 4. Juni 2010, der Friedens-Stammesversammlung, ist es dank intensiver Lobbyarbeit von Amnesty und anderen Organisationen gelungen, die Zahl der weiblichen Delegierten unter den 1500 Teilnehmenden auf 20 Prozent anzuheben. Damit wurde zwar das geforderte Ziel von mindestens 25 Prozent nicht erreicht, aber immerhin eine beachtliche Erhöhung des Frauenanteils von ursprünglich 20 auf 320.
  • An der Konferenz von Kabul vom 20. Juli 2010 wiederum waren Frauen leider kaum sichtbar und wenig hörbar. Nur gerade zwei Frauen konnten öffentlich sprechen, die Frauenrechtsaktivistin Palwasha Hassan sowie Sima Samar als Direktorin der Unabhängigen Afghanischen Menschenrechtskommission. Immerhin ist auch dies bereits ein gewisser Fortschritt gegenüber der vorangehenden Ministerkonferenz von London im Januar, wo nur gerade eine einzige Frau sprechen konnte. Die amerikanische Aussenministerin Hilary Clinton plädierte zudem in ihrer Rede an der Konferenz vehement dafür, die Rechte der afghanischen Frauen nicht den Versöhnungsverhandlungen zu opfern, und betonte die Notwendigkeit, Frauen aktiv an Friedensprozessen zu beteiligen. Für die afghanischen Frauenorganisationen bedeutet diese Unterstützung von höchster Regierungsebene viel.
  • Das Communiqué der Kabul-Konferenz nimmt mehrfach Bezug auf die Bedeutung der Menschenrechte und anerkennt auch auf die «zentrale Bedeutung von Frauenrechten für die Zukunft Afghanistans». In Bezug auf die kommenden Wahlen sprachen sich die TeilnehmerInnen für eine volle Beteiligung von weiblichen wie auch männlichen Kandidierenden und Stimmberechtigten aus.

Damit diese Passagen nicht nur schöne Worte auf dem Papier bleiben, setzt sich Amnesty International weiterhin dafür ein, dass Garantien für die Einhaltung von Menschenrechten und namentlich Frauenrechten in alle Versöhnungsstrategien explizit eingebettet und regelmässig auf ihre Umsetzung hin überprüft werden.