Liu Xia und ihr Ehemann Liu Xiabo (Mai 2005) © Privat
Liu Xia und ihr Ehemann Liu Xiabo (Mai 2005) © Privat

China: Briefaktion für Liu Xia Auch nach dem Tod ihres Ehemannes weiter unter Hausarrest

Briefe gegen das Vergessen Oktober 2017
Die Künstlerin Liu Xia wird rechtswidrig in Hausarrest gehalten, seit ihr inzwischen verstorbener Mann Liu Xiaobo 2010 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Seitdem kann sie nur noch eingeschränkt mit Familienangehörigen und FreundInnen kommunizieren.

Nachdem das Nobelpreiskomitee den Preisträger am 8. Oktober 2010 bekannt gegeben hatte, wurde Liu Xia von der Polizei in die Provinz Liaoning gebracht, um sie von den Medien fernzuhalten. Dort konnte sie am 10. Oktober 2010 Liu Xiaobo in der Haft besuchen. Anschliessend twitterte sie, dass ihr Mann unter Tränen seinen Friedensnobelpreis all den gewaltfreien AktivistInnen gewidmet habe, die sich für Frieden, Freiheit und Demokratie einsetzen. Am selben Tag wurde Liu Xia nach Peking zurückgebracht und konnte Liu Xiaobo bis zu seinem Tod am 13. Juli 2017 nur noch selten besuchen. Sie steht unter Hausarrest und wird rund um die Uhr überwacht.

Im Januar 2014 hatte Liu Xia einen Herzinfarkt erlitten, die nötige Behandlung wurde ihr jedoch verweigert. Dazu kommen schwere Depressionen, die sich durch den Tod ihrer Eltern und ihres Ehemanns noch verschlimmern könnten.

Seit der eilig organisierten Seebestattung ihres Ehemanns am 15. Juli 2017 besteht kein Kontakt mehr zu Liu Xia. Sie wurde nach Yunnan im Südwesten Chinas gebracht, wo sie weiterhin von Sicherheitskräften überwacht wird. Selbst ihre engsten FreundInnen können sie nicht erreichen.

Amnesty International schrieb am 10. August 2017 einen offenen Brief an Präsident Xi Jinping, dem eine von fast 70'000 Menschen unterzeichnete Petition beilag, in welcher die Aufhebung aller willkürlichen Einschränkungen gegen Liu Xia gefordert wurde.

Eine Woche später, am 18. August, wurde ein kurzes Video auf Youtube veröffentlicht, in dem Liu Xia versicherte, ihr gehe es besser und sie benötige Zeit zur Trauer. Ein später veröffentlichtes Video, das eine teilweise verdeckte Gestalt zeigte, die wie Liu Xia gekleidet war, löste Befürchtungen aus, die Videos könnten unter Zwang entstanden sein.

BRIEFVORSCHLAG

Exzellenz

Ich bin sehr besorgt über das Schicksal der Künstlerin Liu Xia, die seit Jahren in Hausarrest gehalten und rund um die Uhr überwacht wird. Dies, seit ihr inzwischen verstorbener Mann Liu Xiaobo 2010 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
Liu Xia ist herzkrank und leidet an schweren Depressionen, die sich durch den Hausarrest sowie den Tod ihrer Eltern und ihres Ehemanns noch verschlimmern dürften.

Seit der eilig organisierten Seebestattung ihres Ehemanns am 15. Juli 2017 besteht kein Kontakt mehr zu Liu Xia. Sie wurde nach Yunnan, wo sie weiterhin von Sicherheitskräften überwacht wird. Selbst ihre engsten FreundInnen können sie nicht erreichen.

Ich bitte Sie eindringlich, den rechtswidrigen Hausarrest und die Überwachung von Liu Xia zu beenden, Schikanierungen gegen sie zu unterlassen und ihr zu erlauben, sich frei zu bewegen.
Ich bitte Sie zudem – entsprechend der UN-Erklärung zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen – wirksame Massnahmen zu ergreifen, damit Liu Xia und alle anderen MenschenrechtlerInnen ihre friedlichen Aktivitäten ohne Angst vor Schikane, Einschüchterung oder Inhaftierung ausüben können.

Hochachtungsvoll
 

Höflich formulierten Brief an den chinesischen Präsidenten

President Xi Jinping 習近平
The State Council General Office
2 Fuyoujie, Xichengqu
Beijingshi 100017
China

Fax: 00 86 – 10 62 38 10 25

Anrede: Your Excellency / Exzellenz


Kopie an

Botschaft der Volksrepublik China
Kalcheggweg 10
3006 Bern

Fax: 031 351 45 73
E-Mail: china-embassy@bluewin.ch

 

Einen druckfertigen Modellbrief auf Deutsch finden Sie 
auf Seite 4 in diesem Word-Dokument.

 

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