China Ai Weiweis Freilassung: Schachzug der chinesischen Regierung

23. Juni 2011
Der Künstler Ai Weiwei wurde von der chinesischen Regierung auf Kaution entlassen. Doch dieser Umstand darf den internationalen Protest gegen die Festnahme anderer Aktivisten und Aktivistinnen nicht zum Schweigen bringen.

Ai Weiwei. © Bert van Dijk

«Seine Freilassung auf Kaution kann als Schachzug der chinesischen Regierung angesehen werden, um der wachsenden Kritik zu begegnen», sagt Catherine Baber, stellvertretende Direktorin für die Region Asien/Pazifik bei Amnesty International. «Es ist äusserst wichtig, dass sich die internationale Empörung über Ai Weiweis Festnahme ausdehnt auf alle jene, die immer noch an einem geheimen Ort festgehalten werden oder wegen ‚Subversion’ angeklagt sind.»

Massive Repression wegen «Jasmin-Revolution»

Ai Weiwei ist einer von mehr als 130 AktivistInnen, Rechtsanwälten, BloggerInnen und Twitter-Schreibenden, die seit Februar 2011 festgehalten werden. Sie sind Opfer einer massiven Repression, da die Regierung eine durch die Proteste im Nahen Osten und Nordafrika inspirierte «Jasmin-Revolution» befürchtet.

Der Künstler wurde seit dem 3. April 2011 ohne Anklage an einem geheimen Ort festgehalten. Gemäss der staatlichen chinesischen Medien wurde er aufgrund guter Führung und eines Geständnisses sowie aufgrund seiner chronischen Krankheit freigelassen.

Amnesty International fordert, dass Ai Weiwei nun in uneingeschränkter Freiheit leben kann und nicht unter illegalen Hausarest gestellt wird, wie viele andere kürzlich entlassene AktivistInnen.

Wen Jiabao gleichzeitig auf Europareise

Die Freilassung von Ai Weiwei fällt mit dem Besuch von Premier Wen Jiabao in Grossbritannien und Deutschland zusammen. In beiden Ländern hat Ai Weiwei berufliche Verbindungen und geniesst grosse öffentliche Unterstützung.

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