China Mao Hengfeng schwer krank entlassen

10. August 2011
Die chinesische Menschenrechtsverteidigerin Mao Hengfeng ist am 28. Juli, einen Monat vor Verbüssung ihrer Haftstrafe in einem Arbeitslager, freigelassen worden. Aufgrund der brutalen Folter ist ihr Gesundheitszustand sehr schlecht.

Mao800 Mao Hengfeng mit ihren drei Töchtern, 2003 © Privat

Mao Hengfeng wurde in einem Rollstuhl aus dem Shanghaier Gefängniskrankenhaus zu ihrer Familie zurückgebracht, ohne dass ihre Angehörigen zuvor darüber informiert worden waren. Als die Familie sie vor dem Haus vorfand, war sie bewusstlos und in sehr schlechter gesundheitlicher Verfassung. Sie erlangte kurz darauf das Bewusstsein wieder, war aber nicht kräftig genug, um zu sprechen oder aufzustehen.

Familien werden oft für den Tod von Ex-Gefangenen verantwortlich gemacht

Der um die Gesundheit seiner Frau besorgte Ehemann, Wu Xuewei, forderte die Shanghaier Behörden auf, sie gemeinsam mit ihrer Familie in einem nahe gelegenen Motel unterzubringen und dort zu beobachten, bis sich ihr Gesundheitszustand stabilisieren würde. Es kamen in der Vergangenheit immer wieder Fälle vor, bei denen Gefangene wenige Tage, nachdem sie bei sehr schlechter Gesundheit nach Hause geschickt worden waren, starben und die Familien für ihren Tod verantwortlich gemacht wurden. Dadurch haben die Angehörigen keine Möglichkeit, die Polizei oder die verantwortlichen Behörden zur Rechenschaft zu ziehen.

Brutale Folter

Am 31. Juli verbesserte sich der Gesundheitszustand von Mao Hengfeng leicht, sie fing an zu sprechen und war in der Lage ein wenig zu gehen. Sie teilte Amnesty International mit, dass sie im Polizeiwagen ohne Unterlass geschlagen worden sei, als man sie am 24. Februar ins Gefängniskrankenhaus von Shanghai brachte. Dadurch verlor sie das Bewusstsein. Als sie wieder zu sich kam, lag sie auf einem Krankenhausbett. Andere Gefangene wurden gezwungen, sie täglich zu beobachten. Mao Hengfeng durfte ihr Bett nur verlassen, um zur Toilette zu gehen. Sie durfte weder Briefe schreiben noch ihre Familie kontaktieren. Auch zu duschen oder ein Bad zu nehmen, war ihr untersagt. Sobald sie sich ohne Genehmigung in der Zelle bewegte, wurde sie geschlagen.

Wegen Einsatz für Liu Xiaobo weggesperrt

Mao Hengfeng hatte sich im Dezember 2009 vor einem Gericht in Peking öffentlich für den Menschenrechtsaktivisten und diesjährigen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo eingesetzt, der damals für seine Forderungen nach politischen Reformen zu 11 Jahren Haft verurteilt worden war. Dieses Engagement war der Grund für ihre Verhaftung, sie wurde zu 18 Monaten Lagerhaft verurteilt.

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