Salima Memcha © Amnesty International
Salima Memcha © Amnesty International

Indien: Briefaktion für Salima Memcha Aufklärung von aussergerichtlichen Tötungen

Briefe gegen das Vergessen September 2018
Hunderte von Menschen in Manipur im Nordosten Indiens haben Familienmitglieder verloren, die mutmasslich von Sicherheitskräften getötet wurden. Salima Memcha ist eine von ihnen: Ihr Ehemann wurde im Januar 2010 getötet. Seitdem muss Salima Memcha allein für ihre vier Kinder sorgen. Gleichzeitig versucht sie, den Tod ihres Mannes aufzuklären.

Ihr Ehemann wurde im Januar 2010 vor ihrem Haus von Sicherheitskräften mitgenommen. Später fand man vor einer örtlichen Polizeiwache seinen Leichnam, auf den mehr als 20 Mal geschossen worden war.

In einem mutigen Versuch, Gerechtigkeit zu erreichen, haben Angehörige von Opfern die «Extrajudicial Execution Victim Families Association Manipur (EEVFAM)» gegründet und viele der mutmasslichen aussergerichtlichen Hinrichtungen dokumentiert. Salima Memcha koordiniert die EEVFAM in ihrem Viertel und verzeichnete allein dort 20 Fälle von aussergerichtlichen Hinrichtungen.

Aufgrund ihres Engagements ist Salima Memcha immer wieder Bedrohungen und Belästigungen ausgesetzt – so auch am 7. April 2018. Während sie bei der Kriminalpolizei eine Erklärung zum Fall ihres Mannes abgeben sollte, zerstörten Paramilitärs und Polizei ihr Haus und hinterliessen eine Warnung: Sie würden sie genau im Auge behalten.

Menschenrechtsverletzungen, die von Sicherheitskräften begangen werden, werden in Indien kaum untersucht. Doch der Einsatz der EEVFAM hat sich gelohnt: Sie wandte sich zusammen mit der Nichtregierungsorganisation Human Rights Alert an den Obersten Gerichtshof und beantragte die Untersuchung der mutmasslichen Hinrichtungen. Das Gericht ordnete daraufhin im Sommer 2017 die Untersuchung von mehr als 90 mutmasslichen aussergerichtlichen Hinrichtungen an. Damit nimmt der Druck auf Beamte zu, die vermutlich an aussergerichtlichen Exekutionen beteiligt waren. Gleichzeitig berichtete die Vorsitzende der EEVFAM jedoch auch, dass MenschenrechtsaktivistInnen im Zuge dieser Entwicklungen zunehmend belästigt, angegriffen, bedroht und eingeschüchtert werden.
 

BRIEFVORSCHLAG und Forderungen auf Deutsch

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident

Hunderte von Menschen in Manipur haben Familienmitglieder verloren, die mutmasslich von Sicherheitskräften getötet wurden. Salima Memcha ist eine von ihnen: Ihr Ehemann wurde im Januar 2010 vor ihrem Haus von Sicherheitskräften mitgenommen. Später fand man vor einer örtlichen Polizeiwache seinen Leichnam, auf den mehr als 20 Mal geschossen worden war. Seitdem muss Salima Memcha allein für ihre vier Kinder sorgen. Gleichzeitig versucht sie, den Tod ihres Mannes und anderer Getöteten aufzuklären.
Aufgrund ihres Engagements ist Salima Memcha immer wieder Bedrohungen und Belästigungen ausgesetzt – so auch am 7. April 2018. Während sie bei der Kriminalpolizei eine Erklärung zum Fall ihres Mannes abgeben sollte, zerstörten Paramilitärs und Polizei ihr Haus und hinterliessen eine Warnung: Sie würden sie genau im Auge behalten.

Ich bin sehr besorgt über diese Situation und bitte Sie darum, den Einschüchterungen, Schikanen und Angriffen gegen Salima Memcha und alle anderen MenschenrechtsverteidigerInnen der EEVFAM (Extrajudicial Execution Victim Families Association Manipur) umgehend ein Ende zu setzen.

Hochachtungsvoll

Höflich formulierten Brief an den Ministerpräsidenten von Manipur:

N. Biren Singh
Manipur CM Office
4th Block, Western Block
New Secretariat
Imphal, 795001
Manipur
INDIA

Fax: 0091 – 038 5245 1398
E-Mail: cmmani@mani.nic.in

Anrede: Dear Chief Minister / Sehr geehrter Herr Ministerpräsident

Kopie an

Botschaft der Republik Indien
Kirchenfeldstrasse 28
Postfach 406
3005 Bern

Fax: 031 351 15 57
E-Mail: hoc.berne@mea.gov.in

 

Einen druckfertigen Modellbrief auf Deutsch finden Sie 
auf Seite 3 in diesem Word-Dokument.


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Solidaritätsschreiben

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Salima Memcha and EEVFAM
Kwakeithel Thiyam Leikai
Imphal, 795001
Manipur
INDIA

 

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