Indonesien: Briefaktion Munir Said Thalib Acht Jahre nach Vergiftung von Aktivisten sind die Verantwortlichen noch immer frei

Vor acht Jahren wurde der Menschenrechtsverteidiger Munir Said Thalib getötet. Bis heute haben die indonesischen Behörden die Verantwortlichen der Tat nicht zur Rechenschaft gezogen. Munir Said ...

121023_Munir Said Thalib.jpg Munir Said Thalib | © Kontras

Vor acht Jahren wurde der Menschenrechtsverteidiger Munir Said Thalib getötet. Bis heute haben die indonesischen Behörden die Verantwortlichen der Tat nicht zur Rechenschaft gezogen. Munir Said Thalib wurde am 7. September 2004 auf einem Flug von Jakarta in die Niederlande tot aufgefunden. Die Autopsie der niederländischen Behörden ergab, dass er mit Arsen vergiftet worden war.

Munir Said Thalib war einer der bekanntesten Menschenrechtler Indonesiens und hatte zu zahlreichen Fällen verschwundener Aktivisten gearbeitet. Er war Mitbegründer von zwei Menschenrechtsorganisationen und an der Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen des Militärs in Aceh und Timor-Leste (früher Osttimor) beteiligt. Ausserdem empfahl er der Regierung die Strafverfolgung von namentlich genannten hochrangigen Beamten. Im September 1999 wurde er in den Untersuchungsausschuss zu Menschenrechtsverletzungen in Osttimor berufen (KPP-HAM).

Aufgrund seiner Menschenrechtsarbeit war Munir Said Thalib ständig in Gefahr. Im August 2003 explodierte eine Bombe vor seinem Haus in Jakarta. 2002 und 2003 griffen aufgebrachte Menschenmengen das Büro an, in dem er arbeitete. Inzwischen sind drei Personen der Verstrickung in den Tod von Munir Said Thalib schuldig gesprochen worden, doch glaubwürdigen Angaben zufolge wurden die auf höchster Ebene Verantwortlichen für seinen Tod bislang nicht zur Rechenschaft gezogen. Indonesische MenschenrechtsverteidigerInnen werden nach wie vor eingeschüchtert, bedroht und angegriffen. Sie gehen davon aus, dass sie besser geschützt wären, wenn alle an der Tötung von Munir Said Thalib Beteiligten zur Verantwortung gezogen würden.


Briefvorschlag und Forderungen

Exzellenz

Vor acht Jahren wurde der Menschenrechtsverteidiger Munir Said Thalib getötet. Bis heute haben die indonesischen Behörden die Verantwortlichen der Tat nicht zur Rechenschaft gezogen. Munir Said Thalib wurde am 7. September 2004 auf einem Flug von Jakarta in die Niederlande tot aufgefunden. Die Autopsie der niederländischen Behörden ergab, dass er mit Arsen vergiftet worden war.

Munir Said Thalib war einer der bekanntesten Menschenrechtler Indonesiens und hatte zu zahlreichen Fällen verschwundener Aktivisten gearbeitet. Er war Mitbegründer von zwei Menschenrechtsorganisationen und an der Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen des Militärs in Aceh und Timor-Leste (früher Osttimor) beteiligt. Ausserdem empfahl er der Regierung die Strafverfolgung von namentlich genannten hochrangigen Beamten. Im September 1999 wurde er in den Untersuchungsausschuss zu Menschenrechtsverletzungen in Osttimor berufen (KPP-HAM).

Aufgrund seiner Menschenrechtsarbeit war Munir Said Thalib ständig in Gefahr. Im August 2003 explodierte eine Bombe vor seinem Haus in Jakarta. 2002 und 2003 griffen aufgebrachte Menschenmengen das Büro an, in dem er arbeitete. Inzwischen sind drei Personen der Verstrickung in den Tod von Munir Said Thalib schuldig gesprochen worden, doch glaubwürdigen Angaben zufolge wurden die auf höchster Ebene Verantwortlichen für seinen Tod bislang nicht zur Rechenschaft gezogen. Indonesische MenschenrechtsverteidigerInnen werden nach wie vor eingeschüchtert, bedroht und angegriffen. Sie gehen davon aus, dass sie besser geschützt wären, wenn alle an der Tötung von Munir Said Thalib Beteiligten zur Verantwortung gezogen würden.

 

Ich bitte Sie, eine unabhängige Untersuchung der Tötung von Munir Said Thalib durchzuführen und alle Verantwortlichen, auch die hochrangigen, in fairen Prozessen vor Gericht zu stellen.

Ich fordere Sie zudem höflich auf, die legitime Arbeit von Menschenrechtsverteidigern anzuerkennen, öffentlich zu unterstützen und jede Art von Schikane oder Angriffen gegen sie zu verurteilen.


Hochachtungsvoll,

 


 

Höflich formulierter Brief an:

President Susilo Bambang Yudhoyono
Istana Merdeka
Jakarta 10110
Indonésie

 

Kopie an:

Ambassade de la République d'Indonésie
Elfenauweg 51
3006 Berne
Fax: 031 351 67 65
E-mail: info@indonesia-bern.org

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen von Oktober 2012 | Word-Version herunterladen | E-Mail Alert für «Briefe» abonnieren