Myanmar (Burma) Freiheit für Bedu Khun und alle anderen Gewissensgefangen

September 2010
Bedu Khun und zwei seiner Freunde sind im Gefängnis, weil sie eine politische Veranstaltung organisiert hatten. Sie sind nicht die einzigen: Rund 2'200 politische Gefangene sitzen in Myanmars Gefängnissen.

Bedu Khun und seine zwei Freunde Kawrio Khun und Dee De Khun sind Mitglieder der Jugendaktivisten-Gruppe «Kayan New Generation Youth» (KNGY), sie alle gehören zur ethnischen Minderheit der Karenni. Gemeinsam mit seinen zwei Freunden hatte Bedu Khun im Mai 2008 einen Anlass organisiert, bei dem er im Vorfeld der Abstimmung über eine neue Verfassung für die Nein-Parole warb: Friedliche Dissidenten liessen Ballone mit dem Wort «Nein» steigen und sprayten politische Botschaften an Hauswände. In der Folge wurden Bedu Khun und seine zwei Mitorganisatoren verhaftet.

Verhaftung und Folter

Nach 15 Tage dauernden Verhören, während denen die drei wiederholt gefoltert wurden, verurteilte das Militär die drei Aktivisten zu 37 bzw. 35 Jahren Haft – ohne dass ein Verfahren stattgefunden oder ein Richter entschieden hätte. Während der Folter wurden den drei jungen Männern Plastiksäcke über den Kopf gezogen, sie erhielten Stockschläge und Kawrio Khun wurde der Foltermethode des simuliertes Ertrinken unterzogen, dabei inhalierte er Wasser in seine Lunge. Er litt unter Atemnot und bekam keine adäquate gesundheitliche Versorgung.

Politische Gefangene

Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist die Ikone der Oppositionsbewegung in Myanmar (gemäss Uno der offizielle Name von Burma). Die 65-Jährige hat rund 15 der letzten 20 Jahre in Hausarrest verbracht. Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Einwohnerin des südostasiatischen Landes, die ihr politisches Engagement mit dem Verlust der Freiheit bezahlt hat. Das Beispiel der drei jungen politischen Aktivisten zeigt, wie in Myanmar mit Andersdenkenden umgegangen wird.

Die ersten Wahlen seit 20 Jahren

Am 7. November finden in Myanmar die ersten Wahlen seit 20 Jahren statt. Es ist jedoch zu befürchten, dass es keine fairen Wahlen werden. Amnesty International setzt sich dafür ein, dass alle BürgerInnen Myanmars uneingeschränkte Versammlungs-, Vereinigungs- und Meinungsäusserungsfreiheit geniessen – während den bevorstehenden Wahlen, aber auch danach.