Htin Lin Oo © RFA
Htin Lin Oo © RFA

Myanmar: Briefaktion für Htin Lin Oo Schriftsteller wegen einer kritischen Rede zu Haft und Zwangsarbeit verurteilt

Briefe gegen das Vergessen April 2016
Htin Lin Oo verbüsst derzeit eine zweijährige Haftstrafe verbunden mit Zwangsarbeit, weil er im Oktober 2014 in einer Rede die Instrumentalisierung des Buddhismus zur Verbreitung diskriminierender und extremistischer Ansichten kritisiert hatte. Der etwa zweistündigen Rede, die er bei einer Literaturveranstaltung in der Region Sagaing hielt, hörten etwa 500 Personen zu.

Htin Lin Oo ist Schriftsteller und ehemaliger Informationsbeauftragter der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), der Partei von Aung San Suu Kyi, die bei den Wahlen 2015 die meisten Sitze erhalten hat.

In den Tagen und Wochen nach der Veranstaltung tauchte ein zehnminütiges, aus dem Kontext gerissenes, zusammengeschnittenes Video der Rede in den sozialen Medien auf, das unter extrem-nationalistischen buddhistischen Gruppen Empörung auslöste.

Am 2. Juni 2015 wurde Htin Lin Oo wegen «Verunglimpfung der Religion» zu zwei Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt. Einige Menschrechtsorganisationen haben sich kritisch darüber geäussert, dass sich während seiner Anhörung extrem-nationalistische buddhistische Gruppen vor dem Gerichtsgebäude befanden und dass dies möglicherweise ein Versuch war, den Richter einzuschüchtern. Es gab ebenfalls Berichte darüber, dass die Rechtsbeistände von Htin Lin Oo bei mehreren Gelegenheiten von diesen Gruppen am Betreten des Gerichtsgebäudes gehindert wurden.

Amnesty International betrachtet Htin Lin Oo als gewaltlosen politischen Gefangenen.

17. April 2016: Good News !

Htin Lin Oo ist aus dem Gefängnis entlassen worden, nachdem der Präsident von Myanmar ihn am 17. April begnadigt hatte. Seine Freilassung erfolgte im Zuge einer Begnadigung von 83 Gefangenen durch den Präsidenten, darunter auch gewaltlose politische Gefangene, für die sich Amnesty International eingesetzt hat.

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BRIEFVORSCHLAG UND FORDERUNGEN

Exzellenz

Der Schriftsteller Htin Lin Oo verbüsst derzeit eine zweijährige Haftstrafe verbunden mit Zwangsarbeit, weil er im Oktober 2014 in einer Rede im Rahmen einer Literaturveranstaltung in der Region Sagaing die Instrumentalisierung des Buddhismus zur Verbreitung diskriminierender und extremistischer Ansichten kritisiert hatte.
In den Tagen und Wochen nach der Veranstaltung tauchte in den sozialen Medien ein zehnminütiges, aus dem Kontext gerissenes, zusammengeschnittenes Video der Rede auf, das unter extrem-nationalistischen buddhistischen Gruppen Empörung auslöste.
Am 2. Juni 2015 wurde Htin Lin Oo wegen «Verunglimpfung der Religion» zu zwei Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt.

Einige Menschrechtsorganisationen haben sich kritisch darüber geäussert, dass sich während seiner Anhörung extrem-nationalistische buddhistische Gruppen vor dem Gerichtsgebäude befanden und dass dies möglicherweise ein Versuch war, den Richter einzuschüchtern. Es gab ebenfalls Berichte darüber, dass die Rechtsbeistände von Htin Lin Oo bei mehreren Gelegenheiten von diesen Gruppen am Betreten des Gerichtsgebäudes gehindert wurden.

Amnesty International betrachtet Htin Lin Oo als gewaltlosen politischen Gefangenen.

Ich bin sehr besorgt über diese Situation und bitte Sie, Htin Lin Oo und alle anderen gewaltlosen politischen Gefangenen in Myanmar freizulassen.
Bitte stellen Sie sicher, dass Htin Lin Oo bis zu seiner Freilassung jede medizinische Behandlung erhält, die er benötigt, dass er weiterhin regelmässigen Kontakt zu seinem Rechtsbeistand hat und Besuche von seiner Familie erhalten darf.

Hochachtungsvoll