Geflüchtete Rohingya in Bangladesch © Amnesty International
Geflüchtete Rohingya in Bangladesch © Amnesty International

Myanmar Rohingya – noch immer vom Militär ausgehungert, verschleppt und ausgeraubt

Medienmitteilung 7. Februar 2018, Rangun/Bern – Medienkontakt
Amnesty International liegen neue Beweise vor, dass in Myanmar die ethnischen Säuberungen des Militärs an den Rohingya im nördlichen Bundesstaat Rakhine noch lange nicht vorbei sind. Amnesty International veröffentlicht heute neue Beweise für Menschenrechtsverletzungen, die Hunderte weitere Menschen in den vergangenen Wochen zur Flucht gezwungen haben.

Amnesty International hat Ende Januar dieses Jahres 19 Rohingya-Männer und -Frauen in Bangladesch befragt. Sie schilderten, dass sie flüchten mussten, weil das Militär die Rohingya weiterhin aushungert, verschleppt und ihre Besitztümer niederbrennt. Humanitäre Organisationen haben im Dezember und Januar Tausende Neuankömmlinge in Bangladesch registriert und beschreiben, dass noch immer täglich Menschen über die Grenze kommen.

«Myanmars Militär kommt mit diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit davon, weil es alles abstreitet und diese Lügen auch noch von offizieller Seite gedeckt werden. Es wird alles getan, damit unabhängige Beobachter nicht in die Gegend reisen können», sagt Matthew Wells, Senior-Krisen-Rechercheur bei Amnesty International, der gerade von einem Einsatz in Cox Bazar in Bangladesch zurückgekehrt ist.

«Die Sicherheitskräfte in Myanmar haben ein festverwurzeltes Muster von Misshandlungen entwickelt, um stillschweigend so viele Rohingya wie möglich aus dem Land zu zwingen. Wenn die internationale Gemeinschaft nicht endlich wirksame Schritte unternimmt, wird diese Kampagne der ethnischen Säuberung unvermindert weitergehen.»

Die fortwährende Unterdrückung der Rohingya dient dazu, den nördlichen Bundesstaat Rakhine unbewohnbar zu machen für die Zehntausende Menschen, die noch dort leben. Die brutale Gewaltkampagne des Militärs, die im vergangenen Jahr 688.000 Rohingya zur Flucht gezwungen hat, wird fortgeführt.

Mehr Informationen zu den Gewalttaten des Militärs im Jahr 2017