Maria Ressa am 10. «Women in the World Summit» New York, April 2019 © Mike Coppola/Getty Images
Maria Ressa am 10. «Women in the World Summit» New York, April 2019 © Mike Coppola/Getty Images

Philippinen: Briefaktion für Maria Ressa Chefredakteurin von Nachrichtenwebsite systematisch im Visier der Regierung

Briefe gegen das Vergessen August 2021
Die Mitarbeiter*innen der regierungskritischen philippinischen Nachrichtenwebsite Rappler werden von der Regierung konsequent schikaniert, eingeschüchtert und ins Visier genommen, insbesondere ihre Chefredakteurin Maria Ressa.

Das Nachrichtenportal macht mit seiner investigativen Berichterstattung regelmässig darauf aufmerksam, was der «Krieg gegen Drogen» der Regierung unter Präsident Duterte wirklich bedeutet: Tausende in Armut lebende Menschen werden von der Polizei und unbekannten Akteur*innen aussergerichtlich hingerichtet. Seit 2016 hat die Menschenrechtslage in dem Land zunehmend verschlechtert.

Gegen Maria Ressa und weitere Mitarbeiter*innen von Rappler sind derzeit mehrere Prozesse und Ermittlungen hängig, u.a. wegen angeblichen Steuermissbrauchs und Verstosses gegen das «Verbot der ausländischen Einflussnahme auf Massenmedien». (siehe auch www.rappler.com/author/maria-a-ressa

Am 15. Juni 2020 wurden Maria Ressa und der ehemalige Rappler-Mitarbeiter Rey Santos Jr. als erste Journalist*innen auf den Philippinen wegen «Verleumdung im Internet» schuldig gesprochen.

Gegen Maria Ressa sind noch acht Strafverfahren vor mehreren Gerichten hängig: zwei wegen «Verleumdung» und sechs wegen angeblichen Steuerdelikten.


Einschub vom 8.10.2021
Friedensnobelpreis 2021 geht an Maria Ressa !
Maria Ressa erhält - zusammen mit dem russischen Publizisten Dmitrij Muratow - den Friedensnobelpreis 2021.



Bereits im November 2020 haben wir einen Brief gegen das Vergessen zugunsten von Maria Ressa und Reynaldo Santos JR. lanciert:
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Aufgeben ist keine Option!
Bitte schreiben Sie auch jetzt wieder einen höflich formulierten Brief in gutem Filipino (bzw. Tagalog), Englisch oder auf Deutsch an den philippinischen Justizminister:

BRIEFVORSCHLAG und Forderungen auf Deutsch
(Briefvorschlag in Englisch siehe ganz unten)

Sehr geehrter Herr Justizminister

Ich bin sehr besorgt darüber, dass die philippinische Regierung immer wieder gegen die Nachrichtenwebsite Rappler vorgeht, insbesondere gegen deren Chefredakteurin Maria Ressa. Das Nachrichtenportal macht mit seiner investigativen Berichterstattung regelmässig darauf aufmerksam, was der «Krieg gegen Drogen» wirklich bedeutet: Tausende in Armut lebende Menschen werden von der Polizei und unbekannten Akteur*innen aussergerichtlich hingerichtet.

Gegen Maria Ressa und weitere Mitarbeiter*innen von Rappler sind derzeit mehrere Prozesse und Ermittlungen hängig, u.a. wegen angeblichen Steuermissbrauchs und Verstosses gegen das «Verbot der ausländischen Einflussnahme auf Massenmedien». Am 15. Juni 2020 wurden Maria Ressa und der ehemalige Rappler-Mitarbeiter Rey Santos Jr. als erste Journalist*innen auf den Philippinen wegen «Verleumdung im Internet» schuldig gesprochen.

Bitte lassen Sie sämtliche Anklagen gegen Maria Ressa und gegen die aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter*innen von Rappler fallen.
Sorgen Sie bitte dafür, dass die Regierung das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Medienfreiheit gesetzlich und in der Praxis respektiert, schützt und fördert.

Hochachtungsvoll,
 

HÖFLICH FORMULIERTEN BRIEF AN

Menardo I. Guevarra
Department of Justice, Philippines
Padre Faura Street
Ermita
Manila 1000
PHILIPPINES

Fax: 00 632 – 8526 2618
E-Mail: communications@doj.gov.ph ; osecmig@gmail.com

- Anrede: Dear Secretary Menardo Guevarra / Sehr geehrter Herr Justizminister
- Porto: CHF 2.00 / (PRIOTITY)

KOPIE AN

Botschaft der Republik Philippinen
Kirchenfeldstrasse 73-75
3005 Bern

Fax: 031 352 26 02
E-Mail: info@philembassyberne.ch ; berne.pe@dfa.gov.ph

 

Einen druckfertigen Modellbrief auf Deutsch finden Sie auf Seite 3
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» in diesem PDF-Dokument

  


Model letter in english:

Dear Secretary Menardo Guevarra

No other news website or journalist has been so persistently harassed, intimidated and targeted by the government in recent Philippine history than Rappler and its executive editor, Maria Ressa.

One year ago, on 15 June 2020, both Maria Ressa and former Rappler researcher Rey Santos Jr were convicted of cyber libel, becoming the first journalists in the Philippines convicted of the offence, and for which they face sentences ranging from six months and one day to six years in prison.

Maria Ressa and Rappler’s directors collectively still face several other lawsuits and investigations, including alleged tax violations and violations of the prohibition against foreign control over mass media.

I urge you to immediately drop all charges against Maria Ressa, her colleagues in Rappler, and Rappler itself and to respect, protect, promote and fulfil the right to freedom of expression and media freedom in policy and practice

Yours sincerely,


 

 

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