Remzi Hoxha mit seiner Frau © Privat
Remzi Hoxha mit seiner Frau © Privat

Brief gegen das Vergessen: Remzi Hoxha Schicksal von Geschäftsmann nach wie vor nicht aufgeklärt

Nach zwei ergebnislosen Ermittlungen im Fall des Verschwindens von Remzi Hoxha leitete der albanische Generalstaatsanwalt 2006 eine weitere Untersuchung ein. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Remzi Hoxha im Oktober 1995 unter Folterungen gestorben war, die ihm Angehörige des albanischen Geheimdienstes Shërbimi Informativ Kombëtar (ShIK) zugefügt hatten. Es ist nicht bekannt, wo man Remzi Hoxha beigesetzt hat.

Der fünffache Vater und ethnische Albaner aus Mazedonien führte in Tirana ein Unternehmen zur Herstellung von Fenster- und Türrahmen. Am 21. Oktober 1995 wurde er an seinem Arbeitsplatz von mehreren Männern in Zivil festgenommen. Bis heute ist unklar, wofür sie ihn beschuldigten. Und bis heute weiss seine Familie nicht, was mit ihm geschehen ist, obwohl sie sich zur Aufklärung seines Schicksals immer wieder an die albanischen Behörden gewandt hat.

Im Mai 2008 begannen schliesslich Gerichtsverfahren gegen die ehemaligen ShIK-Beamten Avni Koldashi, Arben Sefgjini, Ilir Kumbaro und Budion Meçe. Die Staatsanwaltschaft legte ihnen zur Last, Remzi Hoxha entführt und gefoltert zu haben. Gegen Ilir Kumbaro, der zurzeit in Grossbritannien lebt, wird in Abwesenheit verhandelt. Albanien hat seine Auslieferung beantragt.

Im Februar 2011 sagte ein Bekannter von Remzi Hoxha, der ebenfalls von ShIK-Angehörigen festgenommen und gefoltert worden war, vor Gericht aus, dass er ihn im Oktober 1995 in einem Gebäude des Geheimdienstes gesehen habe. Er habe Remzi Hoxha durch die Spuren der Folter kaum wiedererkannt. «Sein Gesicht war entstellt, und er konnte nicht aufrecht stehen. Wir grüssten uns nur mit einem Nicken. Ich sah ihn nie wieder. Alles was ich hörte, waren seine Schreie, während sie ihn folterten.»


Forderungen der abgeschlossenen Aktion

 

Sehr geehrter Herr Präsident

Nach zwei ergebnislosen Ermittlungen im Fall des Verschwindens von Remzi Hoxha leitete der albanische Generalstaatsanwalt 2006 eine weitere Untersuchung ein. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Remzi Hoxha im Oktober 1995 unter Folterungen gestorben war, die ihm Angehörige des albanischen Geheimdienstes Shërbimi Informativ Kombëtar (ShIK) zugefügt hatten. Es ist nicht bekannt, wo man Remzi Hoxha beigesetzt hat.

Der fünffache Vater und ethnische Albaner aus Mazedonien führte in Tirana ein Unternehmen zur Herstellung von Fenster- und Türrahmen. Am 21. Oktober 1995 wurde er an seinem Arbeitsplatz von mehreren Männern in Zivil festgenommen. Bis heute ist unklar, wofür sie ihn beschuldigten. Und bis heute weiss seine Familie nicht, was mit ihm geschehen ist, obwohl sie sich zur Aufklärung seines Schicksals immer wieder an die albanischen Behörden gewandt hat.

Im Mai 2008 begannen schliesslich Gerichtsverfahren gegen die ehemaligen ShIK-Beamten Avni Koldashi, Arben Sefgjini, Ilir Kumbaro und Budion Meçe. Die Staatsanwaltschaft legte ihnen zur Last, Remzi Hoxha entführt und gefoltert zu haben. Gegen Ilir Kumbaro, der zurzeit in Grossbritannien lebt, wird in Abwesenheit verhandelt. Albanien hat seine Auslieferung beantragt.

Im Februar 2011 sagte ein Bekannter von Remzi Hoxha, der ebenfalls von ShIK-Angehörigen festgenommen und gefoltert worden war, vor Gericht aus, dass er ihn im Oktober 1995 in einem Gebäude des Geheimdienstes gesehen habe. Er habe Remzi Hoxha durch die Spuren der Folter kaum wiedererkannt. «Sein Gesicht war entstellt, und er konnte nicht aufrecht stehen. Wir grüssten uns nur mit einem Nicken. Ich sah ihn nie wieder. Alles was ich hörte, waren seine Schreie, während sie ihn folterten.»

Ich fordere Sie auf, sich dafür einzusetzen und sicherzustellen, dass das Schicksal von Remzi Hoxha vollständig aufgeklärt wird, dass alle für sein Verschwinden Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden und dass seine Familie Wiedergutmachung erhält. Albanien soll die umgehende Auslieferung von Ilir Kumbaro aus Grossbritannien erwirken, wo er und die übrigen Angeklagten ein Gerichtsverfahren erhalten sollen, das internationalen Standards der Fairness genügt.

Hochachtungsvoll

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom August 2011 | Zurück zur Übersicht August 2011 | Word-Dokument herunterladen | E-Mail-Alert für «Briefe» abonnieren

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