Demonstration in Kopenhagen gegen die Entscheidung der Regierung, syrische Flüchtlinge abzuschieben. © Davut Colak/Anadolu Agency via Getty Images
Demonstration in Kopenhagen gegen die Entscheidung der Regierung, syrische Flüchtlinge abzuschieben. © Davut Colak/Anadolu Agency via Getty Images

Dänemark: Briefaktion für schutzsuchende Syrer*innen Ungewisses Schicksal von Syrer*innen mit endgültigem Ablehnungsbescheid

Briefe gegen das Vergessen September 2021
Mindestens 39 aus Syrien geflüchtete Menschen haben einen endgültigen Ablehnungsbescheid erhalten und sind in Rückführungszentren untergebracht worden. Dort haben sie weder Kontakt zu ihren Familien, noch ist es ihnen erlaubt, zu arbeiten oder ihrer Ausbildung nachzugehen, bis sie nach Syrien abgeschoben werden sollen.

Im Rahmen ihrer «Null-Asylsuchende-Politik» ergreift die dänische Regierung seit 2019 umfassende Massnahmen zur Rückführung von Geflüchteten. Seitdem wurden die Aufenthaltsgenehmigungen von ca. 900 geflüchteten Syrer*innen im Eilverfahren geprüft. Das Schicksal der Syrer*innen mit endgültigem Ablehnungsbescheid ist ungewiss, denn Dänemark unterhält zurzeit keine diplomatischen Beziehungen mit Syrien und kann daher keine Abschiebungen durchführen.

In den Rückführungszentren werden die Geflüchteten unter Druck gesetzt, einer «freiwilligen» Ausreise zuzustimmen – ein Vorgehen, das eine Verletzung des Völkerrechts darstellt. Syrien ist immer noch kein sicheres Land. Personen, die in die von der syrischen Regierung kontrollierten Gebiete zurückkehren, müssen sich einer «Sicherheitsüberprüfung» unterziehen. Hierzu werden sie von syrischen Sicherheitskräften verhört, die für weitreichende und systematische Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. Dazu gehören Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie Folter, aussergerichtliche Hinrichtungen und Verschwindenlassen.

Bitte schreiben Sie einen höflich formulierten Brief an den dänischen Minister für Integration und Einwanderung:

BRIEFVORSCHLAG und Forderungen auf Deutsch
(Briefvorschlag in Englisch siehe ganz unten)

Sehr geehrter Herr Minister

Mit grosser Sorge verfolge ich die derzeitige Situation der geflüchteten Syrer*innen in Dänemark.

Mindestens 39 aus Syrien geflüchtete Menschen haben einen endgültigen Ablehnungsbescheid erhalten und sind in «Rückführungszentren» untergebracht worden. Dort haben sie weder Kontakt zu ihren Familien, noch ist es ihnen erlaubt zu arbeiten oder ihrer Ausbildung nachzugehen, bis sie nach Syrien abgeschoben werden. Im Rahmen der «Null Asylsuchende»-Politik ergreift die dänische Regierung seit 2019 alle Massnahmen zur Rückführung von Geflüchteten. Seitdem werden die Aufenthaltsgenehmigungen von ca. 900 geflüchteten Syrer*innen im Eilverfahren geprüft.

Das Schicksal der Syrer*innen mit endgültigem Ablehnungsbescheid ist ungewiss, denn Dänemark unterhält zurzeit keine diplomatischen Beziehungen mit Syrien und kann daher keine Abschiebungen durchführen. Mit ihrem Status in den Rückführungszentren werden sie unter Druck gesetzt, einer «freiwilligen» Ausreise zustimmen – ein Vorgehen, das eine Verletzung des Völkerrechts darstellt.

Bitte ergreifen Sie umgehen Massnahmen, um den Schutz aller in Dänemark lebender Syrer*innen zu gewährleisten, darunter auch derjenigen, die zeitlich befristete Aufenthaltstitel haben. Allen Syrer*innen muss Schutz gewährt werden, bis die Situation in Syrien sie nicht länger in ihren Grundrechten bedroht.

Hochachtungsvoll,

 

- Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister
- Porto: CHF 1.50

HÖFLICH FORMULIERTEN BRIEF AN

Minister of Immigration and Integration
Mr. Mattias Tesfaye
Slotsholmsgade 10
1216 København
DÄNEMARK

E-Mail: uim@uim.dk
 

KOPIE AN

Botschaft des Königreichs Dänemark
Rauchstrasse 1
D-10787 Berlin
DEUTSCHLAND

E-Mail: beramb@um.dk
Fax: 004930 / 50 50 20 50

 

Einen druckfertigen Modellbrief auf Deutsch finden Sie auf Seite 4
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Model letter in english:

Dear Minister,

It is with great concern that I have learned of the fate of Syrian refugees in Denmark.

At least 39 refugees have now had their residency status stripped and have been placed in "return centres", where they are not allowed to work or pursue an education. Here they will stay, separated from their families, their communities, their schools and workplaces, until they can be deported. The truth is that their lives will be on hold. The Danish government cannot return them since it has no diplomatic ties with the Syrian regime. They face an uncertain future stuck in limbo, cut off from Danish society. These cruel conditions are designed to pressure them to decide to return "voluntarily" to Syria, a measure that is unlawful under international law.

I urge you to take immediate steps to ensure the continuation of protection to all Syrians residing in Denmark, including those who have temporary residency permits. All Syrians are in need of protection until there is a situation where their fundamental rights are no longer at risk in Syria.

Sincerely,


 

 

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