© AFP via Getty Images
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Ankündigung des Bundesrates nach dem Brand in Moria Zelte und Aufnahme von zwanzig Minderjährigen sind nicht genug

11. September 2020
Der Bundesrat stimmte heute der Lieferung von Hilfsmaterial nach Lesbos zu und stellte die Aufnahme von zwanzig unbegleiteten Minderjährigen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria in Aussicht. Amnesty International ist der Ansicht, dass diese Massnahmen unverzüglich durch die Aufnahme eines grossen Flüchtlingskontingents ergänzt werden müssen.

«Die europäischen Staaten müssen dringend mehr Menschen aus dem Lager Moria aufnehmen», sagt Pablo Cruchon, Kampagnenkoordinator für Migration und Asyl bei Amnesty Schweiz.

«Die europäischen Staaten müssen dringend mehr Menschen aus dem Lager Moria aufnehmen.» Pablo Cruchon, Kampagnenkoordinator für Migration und Asyl bei Amnesty Schweiz

«Zehn Länder, darunter die Schweiz, werden etwa 400 unbegleitete minderjährige Migranten aufnehmen, die nach dem grossen Brand im Flüchtlingslager Moria von der griechischen Insel Lesbos evakuiert werden. Die Schweiz stellt dabei die Aufnahme von 20 Minderjährigen in Aussicht. Diese Massnahmen sind jedoch völlig unzureichend angesichts der rund 12'500 Menschen, die nach dem Brand ihre (ohnehin kaum menschenwürdige) Unterkunft verloren haben.»

«Gestern forderten mehrere Schweizer Städte den Bundesrat auf, so bald wie möglich eine nationale Konferenz zur Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Lager Moria zu organisieren. Die Tatsache, dass mehrere grosse Gemeinden ihre Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen gezeigt haben, ist ein wichtiges Signal der Solidarität. Der Bundesrat muss unverzüglich reagieren, indem er die Initiative er-greift, um ein substanzielles Flüchtlingskontingent aufzunehmen.»