Nachdem dem Schiff die maltesischen und panamaischen Flaggen entzogen wurden, wird die Aquarius nicht mehr ausfahren können, um Migrantinnen und Migranten  zu helfen. © Gerard Bottino / shutterstock.com
Nachdem dem Schiff die maltesischen und panamaischen Flaggen entzogen wurden, wird die Aquarius nicht mehr ausfahren können, um Migrantinnen und Migranten zu helfen. © Gerard Bottino / shutterstock.com

EU / Italien Such- und Rettungsschiff Aquarius muss Betrieb einstellen – Reaktion von Kumi Naidoo

Medienmitteilung 7. Dezember 2018, London/Bern – Medienkontakt
Der Generalsekretär von Amnesty International, Kumi Naidoo, ist fassungslos angesichts der Nachricht von Médecins Sans Frontières (MSF) und SOS Mediterranée, dass das Such- und Rettungsschiff Aquarius gezwungen wurde, den Betrieb einzustellen.

 

«Heute haben wir eine sehr traurige Nachricht erhalten. Médecins Sans Frontières und SOS Méditerranée sind gezwungen, den Betrieb des Such- und Rettungsschiffes Aquarius einzustellen.«

«In den vergangenen beiden Jahren hat die Crew der Aquarius fast 30’000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Dennoch sind allein in diesem Jahr mehr als 2’100 Menschen ertrunken. Die überwiegende Mehrheit von ihnen ist vor Gewalt, Folter und willkürlicher Inhaftierung in Libyen geflohen».

«Die europäischen Regierungen haben in diesem Zeitraum keine Such- und Rettungskapazitäten zur Verfügung gestellt. Im Gegenteil: sie haben stattdessen die libysche Küstenwache dabei unterstützt, die Flüchtlinge und MigrantInnen nach Libyen zurückzuschaffen, und sie haben die lebensrettende Aktivitäten der Aquarius behindert».

«Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben somit offenbart, wo ihre Prioritäten liegen: die Schliessung der zentralen Mittelmeerroute für Flüchtlinge und MigrantInnen – auf Kosten von Menschenleben».

«Heute verbeugen wir uns vor der Aquarius und ihre mutige Crew. Wir werden ihnen weiterhin zur Seite stehen, ungeachtet der grausamen und rechtswidrigen Politik, die Menschen dazu verdammt, auf See zu sterben.»

 

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