© Grzegorz Żukowski
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Polen Urteil zu Schwangerschaftsabbruch ist ein schwerer Rückschritt

28. Januar 2021
In Polen gingen gestern Tausende von Menschen auf die Strasse, nachdem das Inkrafttreten eines Verfassungsgerichtsurteils angekündigt worden war, das Schwangerschaftsabbrüche fast vollständig verbietet.

Am 27. Januar veröffentlichte das polnische Verfassungsgericht sein Urteil, wonach Schwangerschaftsabbrüche in Fällen von «schwerer und irreversibler Fehlbildung des Fötus oder unheilbarer und potentiell tödlicher Krankheit» verfassungswidrig sind. Esther Major, Beraterin für die Recherche-Arbeit von Amnesty International, reagiert entsetzt:

«Es ist ein schwarzer Tag für Frauen und Mädchen in Polen. Dieses verheerende Urteil ist ein Rückschritt für die sexuellen und reproduktiven Rechte aller Personen, die schwanger werden können, und eine Gefahr für ihre Gesundheit.»

«Dieses problematische Urteil wurde im Kontext systematischer und koordinierter Attacken auf die Menschenrechte von Frauen durch die polnische Regierung gefällt. Das gesetzliche Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen führt nicht zu weniger Schwangerschaftsabbrüchen. Stattdessen gefährdet das Verbot die Gesundheit von Frauen. Es zwingt Frauen dazu, auf heimliche Schwangerschaftsabbrüche zurückzugreifen oder ins Ausland zu gehen, um die Gesundheitsversorgung zu erhalten, die sie benötigen und auf welche sie ein Anrecht haben.»

«Wir sind solidarisch mit allen Frauen, Mädchen und Personen, die schwanger werden können, in Polen und teilen ihr Entsetzen über dieses grausame Urteil.» 

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