Oleg Sentsov und Alexandr Kolchenko © Anton Naumlyuk
Oleg Sentsov und Alexandr Kolchenko © Anton Naumlyuk

Russland: Briefkation für Oleg Sentsov und Alexandr Kolchenko Unter Folter erzwungene Aussagen führen zu hohen Haftstrafen

Briefe gegen das Vergessen November 2015
Der Filmregisseur Oleg Sentsov und der Aktivist Alexandr Kolchenko wurden am 25. August 2015 in einem unfairen Verfahren vor einem russischen Militärgericht zu 20 bzw. 10 Jahren Haft verurteilt.

Beide Männer sind ukrainische Staatsbürger und wurden von Angehörigen des russischen Geheimdiensts (FSB) auf der besetzten Krim festgenommen. Sie hatten an friedlichen Demonstrationen gegen die russische Besetzung der Krim teilgenommen und wurden deshalb wegen «terroristischer Aktivitäten» angeklagt.

Die Männer wurden auf der Grundlage von Aussagen verurteilt, die aller Wahrscheinlichkeit nach durch Folter erzwungen worden waren. Oleg Sentsov gab vor Gericht an, gefoltert und anderweitig misshandelt worden zu sein, und auch Gennady Afanasyev, der gegen Oleg Sentsov aussagte, erhob Foltervorwürfe. Das Gericht wies die Vorwürfe jedoch als unbegründet zurück.

Oleg Sentsov und Alexandr Kolchenko müssen ihre Strafe unter harten Bedingungen in einem Arbeitslager ableisten.

Briefvorschlag und Forderungen

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt

Die beiden ukrainischen Staatsbürger Oleg Sentsov und Alexandr Kolchenko wurden von Angehörigen des russischen Geheimdiensts auf der besetzten Krim festgenommen. Sie hatten an friedlichen Demonstrationen gegen die russische Besetzung der Krim teilgenommen und wurden deshalb wegen «terroristischer Aktivitäten» angeklagt.

Am 25. August 2015 wurden sie in einem unfairen Verfahren vor einem russischen Militärgericht zu 20 bzw. 10 Jahren Haft verurteilt.

Die Männer wurden auf der Grundlage von Aussagen verurteilt, die aller Wahrscheinlichkeit nach durch Folter erzwungen worden waren: Oleg Sentsov gab vor Gericht an, gefoltert und anderweitig misshandelt worden zu sein, und auch Gennady Afanasyev, der gegen Oleg Sentsov aussagte, erhob Foltervorwürfe. Das Gericht wies die Vorwürfe jedoch als unbegründet zurück.

Ich bin äusserst besorgt über diese Situation und fordere, dass die Anklagen wegen terroristischer Aktivitäten gegen Oleg Sentsov und Alexandr Kolchenko zurückgenommen und die Urteile gegen sie aufgehoben werden.
Ich bitte Sie darum, die beiden Männer freizulassen oder nachvollziehbare Anklagen gegen sie zu erheben. In einem solchen Fall müssten sie auf der Krim unter ukrainischem Recht vor Gericht gestellt werden.
Zudem dringe ich auf eine sofortige, wirksame und unparteiische Untersuchung aller Folter- und Misshandlungsvorwürfe.

Hochachtungsvoll

Höflich formulierte Briefe an

Yurii Ya. Chaika
Ul. B.Dmitrovka, d.15a
125993 Moscow GSP-3
RUSSISCHE FÖDERATION

Fax: 00 7 – 495 987 58 41
Twitter: @Genproc

Kopie an

Botschaft der Russischen Föderation
Brunnadernrain 37
3006 Bern

Fax: 031 352 55 95
E-Mail: rusbotschaft@bluewin.ch


Einen fertigen Modellbrief auf Deutsch an Colonel Petros Shilane zu diesem Fall finden Sie auf Seite 6 in diesem Word-Dokument.