Trauer am Tatort: Russiche Bürgerinnen und Bürger nehmen von Boris Nemtsow Abschied © putnik/CC BY 4.0
Trauer am Tatort: Russiche Bürgerinnen und Bürger nehmen von Boris Nemtsow Abschied © putnik/CC BY 4.0

Wer erschoss Boris Nemzow?

Die Ermordung von Boris Nemtsow, einem der bekanntesten politischen Aktivisten Russlands, muss schnellstmöglich, unparteiisch und effektiv untersucht werden.

Boris Nemtsow wurde am am späten Abend des 27. Februar mitten in Moskau erschossen. Der oder die Täter konnten entkommen, bislang gibt es keinerlei Hinweise auf ihre Identität. Der russische Präsident Wladimir Putin hat sogleich erklärt, dass er die Morduntersuchung persönlich überwachen werde.

«Boris Nemtsow war eine der freien Stimmen, die die russischen Behörden zum Verstummen bringen wollten.»

«Boris Nemtsow war eine der freien Stimmen, die die russischen Behörden zum Verstummen bringen wollten. Der kaltblütige Mord an ihm fand in einem politischen Klima statt, das durch die drastische Einschränkung der Meinungs-, Versammlungs und Vereinigungsfreiheit bestimmt wird», sagt Denis Krivosheev, Russlandexperte von Amnesty International.   

«Es gibt bereits eine ganze Reihe von politisch motivierten Morden und Attacken, die niemals aufgeklärt wurden. Dabei hatten auch früher schon führende russische Politiker erklärt, sich ‹persönlich› um die Aufklärung zu kümmern. Wir können nicht zulassen, dass Boris Nemtsow ein weiterer Name auf dieser Liste wird.»

Boris Nemtsow war einer der bekanntesten und mutigsten Polit-Aktivisten Russlands. Er wurde von Amnesty International als Gewissensgefangener geführt, als er wegen der Teilnahme an friedlichen Strassenprotesten verhaftet worden war. Er gehörte zu den Organisatoren einer Grossdemonstration der Opposition, die am 1. März in Moskau stattfinden sollte.

«Wenn es die russischen Behörden nicht schaffen, den Mord an Boris Nemtsow schnellstmöglich und umfassend zu untersuchen, die Täter vor Gericht zu bringen und in einem fairen Verfahren zu verurteilen, ist dies ein weiteres Zeichen für das Versagen Russlands, fundamentale Menschenrechte zu respektieren», sagt Denis Krivosheev.

Medienmitteilung veröffentlicht: 2. März 2015, London/Bern
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