Ramsan Kadyrow (links), Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, bei einer Militärparade © ELENA FITKULINA/AFP/Getty Images
Ramsan Kadyrow (links), Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, bei einer Militärparade © ELENA FITKULINA/AFP/Getty Images

Russland/Tschetschenien Neue Vorwürfe von Hinrichtungen durch Sicherheitskräfte

11. Juli 2017
Die russische Zeitung Novaya Gazeta berichtet erneut über aussergerichtliche Hinrichtungen in Tschetschenien. Amnesty International hält die Vorwürfe für glaubwürdig und fordert die russischen Behörden auf, diese Verbrechen aufzuklären.

Die unabhängige Tageszeitung Novaya Gazeta veröffentlichte am 9. Juli einen Bericht, wonach Sicherheitskräfte in der russischen Republik Tschetschenien in der Nacht vom 26. Januar 2017 27 Menschen hingerichtet hätten. Die Zeitung zitiert zwei hochrangige Quellen.

Denis Krivosheev, Amnesty Internationals stellvertretender Direktor für Europa und Zentralasien, stuft den Bericht als glaubwürdig ein: «Die Vorwürfe sind schrecklich, aber leider plausibel für Tschetschenien, wo die Behörden für Menschenrechtsverletzungen absolute Straflosigkeit geniessen.»

Im April hatte Novaya Gazeta über die Verfolgung von Hunderten vermeintlich schwulen Männern berichtet. Gemäss der Zeitung stehen die jüngst aufgedeckten Hinrichtungen jedoch nicht im Zusammenhang mit der Anti-Gay-Kampagne in Tschetschenien. Die Massenverhaftungen und anschliessenden Tötungen im Januar scheinen im Zusammenhang mit dem Mord an einem Polizeibeamten im Dezember 2016 zu stehen.

Amnesty International fordert Russland dazu auf, unverzüglich Untersuchungen zu den verschiedenen Vorwürfen einzuleiten.

Internationale Medienmitteilung vom 10. Juli 2017 und weiterführende Informationen (auf Englisch)