© Amnesty International
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Good News Russische Föderation: Aktivist in Sicherheit

5. April 2018
Der Journalist Khudoberdi Nurmatov, auch bekannt als Ali Feruz, hätte aus russischer Haft nach Usbekistan abgeschoben werden sollen, wo ihm Haft und Folter wegen seiner Homosexualität drohte. Am 15. Februar wurde er aus der Abschiebehaft entlassen und befindet sich mittlerweile in Deutschland.

Khudoberdi Turgunalievich Nurmatov schreibt unter dem Pseudonym Ali Feruz für die unabhängige russische Zeitung Novaya Gazeta. Er behandelt Themen wie die Rechte von Menschen mit Behinderungen und die Rechte von Geflüchteten und MigrantInnen aus Zentralasien.

Seit August 2017 befand er sich in der Russischen Föderation in Abschiebehaft, weil er gegen die Richtlinien seines Aufenthalts in Russland verstossen haben soll. Ihm drohte die Abschiebung nach Usbekistan, von wo er 2008 geflohen war. Als Homosexuellem droht dort Haft und Folter, da in Usbekistan einvernehmlicher Geschlechtsverkehr zwischen Männern eine Straftat ist. Nachdem er sich geweigert hatte als Informant für den Geheimdienst zu arbeiten, war er von Angehörigen des usbekischen Geheimdienstes inhaftiert und gefoltert worden.

Am 15. Februar 2018 wurde Ali Feruz freigelassen und kam wenige Stunden später in Deutschland an. Der Oberste Gerichtshof Russlands hatte am 25. Januar entschieden, die Rechtsmittel des Aktivisten zu akzeptieren und die Entscheidung von 2017 zu revidieren, ihn nach Usbekistan abzuschieben.

Ali Feruz berichtete Amnesty International am 6. März, dass er sich noch in Deutschland einlebe. Er habe vor, seine aktivistische und journalistische Tätigkeit fortzusetzen. Lang wolle er nicht pausieren, da er hoffe, in der sich schnell wandelnden Welt von Nutzen zu sein. Er geht davon aus, dass der Einsatz von Amnesty International gemeinsam mit anderen eine entscheidende Rolle für seine Freilassung gespielt hat und bedankt sich für die Unterstützung.