© Amnesty International
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Briefaktion Russland: Junges Folteropfer immer noch vermisst

Am 5. September 2020 wurde der 19-jährige Salman Tepsurkaev aus dem Süden Russlands entführt. Er war Administrator eines Chat-Kanals, der Kritik an den tschetschenischen Behörden übt. Möglicherweise ist Salman in Grosny in Haft. In den Sozialen Medien ist ein Video zu sehen, in dem er sexuell misshandelt wird.

Salman Tepsurkaev ist Administrator des Kanals 1ADAT im Chat-Dienst Telegram. Dieser Kanal steht den tschetschenischen Behörden kritisch gegenüber und berichtet über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien. Der 19-jährige Salman wurde offenbar entführt und gefoltert. Er «verschwand» am 5. September in Gelendschik in der russischen Region Krasnodar. Am 7. September fand in den Sozialen Medien ein Video Verbreitung, in dem zu sehen ist, wie Salman Tepsurkaev sexuell misshandelt wird. Gegen Ende der Aufzeichnung sagt der junge Mann, dies sei seine Strafe für die Zusammenarbeit mit 1ADAT.

Videoaufnahmen deuten darauf hin, dass Salman Tepsurkaev von Sicherheitskräften nach Tschetschenien verschleppt und dort rechtswidrig inhaftiert wurde.

1ADAT sowie unabhängige russische Medien und Menschenrechtsorganisationen haben seither neue Videoaufnahmen und andere Materialien veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass Salman Tepsurkaev von Angehörigen der tschetschenischen Sicherheitskräfte nach Tschetschenien verschleppt und dort rechtswidrig inhaftiert wurde. Diese Quellen benennen auch die behördliche Einrichtung in Grosny, in der er wahrscheinlich festgehalten wird. Da er keinen Kontakt zur Aussenwelt hat, ist er in besonderem Masse von weiterer Folter und Misshandlung bedroht.