© Amnesty International
© Amnesty International

Türkei In Cizre warten Schwerverletzte seit einer Woche auf Nothilfe

29. Januar 2016
Seit rund einer Woche sind in einem Gebäude in der belagerten Stadt Cizre zahlreiche Schwerverletzte eingekesselt. Sechs Menschen sind bereits gestorben. Dennoch verweigern die türkischen Behörden bisher ihre Bergung durch eine Ambulanz.

Am 23. Januar 2016 suchte eine Gruppe von über 20 Personen im Erdgeschoss eines Gebäudes in Cizre Schutz vor Kämpfen zwischen Angehörigen der Kurdischen Arbeiterpartei PKK und den türkischen Sicherheitskräften. Amnesty International konnte vor einigen Tagen mit einem der Eingeschlossenen sprechen, seitdem ist die Telefonverbindung unterbrochen. Gemäss seiner Angaben waren bereits vier Personen gestorben, mindestens zwölf benötigten dringend medizinische Hilfe. Das Gebäude stand weiterhin unter Beschuss. Inzwischen sollen zwei weitere Menschen ihren Verletzungen erlegen sein.

Trotz dieser dramatischen Situation haben die türkischen Sicherheitskräfte bisher die Bergung der Verletzten durch eine Ambulanz aus dem nur wenige hundert Meter entfernten Spital abgelehnt mit Verweis auf die anhaltenden Kämpfe.

Amnesty International fordert die türkischen Behörden dringend auf, umgehend die Bergung der Verletzten zu ermöglichen. Die Menschenrechtsorganisation hat bereits vor einigen Tagen eine entsprechende weltweite «Urgent Action» lanciert.

Cirze gehört zu den Orten im Südosten der Türkei, in denen die türkischen Sicherheitskräfte nach Kämpfen mit Angehörigen der PKK Ausgangssperren verhängt haben. Sie sind seit mehr als einem Monat in Kraft. Die Lage der Zivilbevölkerung ist verzweifelt.