Idil Eser, Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International © Amnesty International
Idil Eser, Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International © Amnesty International

Türkei Amnesty fordert Freilassung der Direktorin von Amnesty Türkei

Medienmitteilung 6. Juli 2017, London/Bern Medienkontakt
In der Türkei sind am 5. Juli die Direktorin von Amnesty International, Idil Eser, und sieben weitere Menschenrechtsverteidiger verhaftet worden. Auch zwei ausländische Referenten eines Workshops zur digitalen Sicherheit in Büyükada bei Istanbul wurden abgeführt.

«Wir sind tief beunruhigt und erzürnt, dass einige der führenden türkischen Menschenrechtsverteidigerinnen und –verteidiger, darunter die Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International, dermassen unverfroren und grundlos verhaftet wurden», sagte Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International.

«Die Incommunicado-Haft von Idil Eser und diejenige der anderen Menschenrechtsverteidigerinnen und – verteidiger ist ein grotesker Machtmissbrauch und zeigt, in welch prekärer Lage sich Menschenrechtsaktivisten in der Türkei befinden.» Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International

«Die Incommunicado-Haft von Idil Eser und diejenige der anderen Menschenrechtsverteidigerinnen und – verteidiger ist ein grotesker Machtmissbrauch und zeigt, in welch prekärer Lage sich Menschenrechtsaktivisten in der Türkei befinden. Die Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty muss sofort und bedingungslos freigelassen werden».

«Die Staats- und Regierungschefs der mächtigsten Länder der Welt, die eben in Hamburg zusammenkommen, waren bislang bemerkenswert tolerant angesichts der Niederschlagung der Menschenrechte in der Türkei. Mit Präsident Erdogan in ihren Reihen wäre jetzt der Moment deutlich zu werden und die Freilassung aller Menschenrechtsverteidiger aus türkischen Gefängnissen zu verlangen».

Hintergrund

Der Aufenthaltsort von Idil Eser und der anderen Verhafteten ist derzeit unbekannt. Ihnen wird offenbar der Zugang zu einem Anwalt und der Kontakt zu ihren Familienangehörigen verwehrt.

Die Polizei teilte ihren Anwälten mit, dass sie heute, am Donnerstag, um 14.30 Uhr Informationen erhalten sollen.

Bei den verhafteten Menschenrechtsverteidigern handelt es sich um: İlknur Üstün (Women's Coalition), İdil Eser (Amnesty International), Günal Kurşun (Anwalt, Human Rights Agenda Association), Nalan Erkem (Anwalt,  Citizens Assembly), Nejat Taştan (Equal Rights Watch Association), Özlem Dalkıran (Citizens’ Assembly), Şeyhmuz Özbekli (Anwalt), Veli Acu (Human Rights Agenda Association).

Bei den verhafteten Referenten handelt es sich um einen deutschen und einen schwedischen Staatsbürger. Die Verhaftungen erfolgten weniger als einen Monat nach der Festnahme von Taner Kiliç, dem Präsidenten der türkischen Sektion von Amnesty. Er befindet sich aufgrund haltloser Vorwürfe in Untersuchungshaft.