© Mustafa Ozer/AFP/Getty Images
© Mustafa Ozer/AFP/Getty Images

Türkei Das Ende der Pressefreiheit

21. Februar 2017
Die Türkei hält einen traurigen Rekord bei der Einschränkung der Pressefreiheit, seit in der Folge des Putschversuchs vom Juli 2016 der Ausnahmezustand ausgerufen wurde: Nirgendwo sonst auf der Welt sind mehr Medienschaffende inhaftiert. Amnesty International lanciert eine weltweite E-Mail-Aktion an den türkischen Justizminister.

Die Zahlen des Komittees für den Schutz von JournalistInnen sind erschreckend: Mehr als 120 Journalistinnen , Zeitungsherausgeber und andere Medienangestellte befinden sich unter dem Regime des Ausnahmezustands zur Zeit in Haft. Damit sitzen ein Drittel aller weltweit inhaftierten Journalistinnen und Journalisten in einem türkischen Gefängnis – so viele wie in keinem anderen Land.  Über 160 Medienerzeugnisse wurden in den letzten Monaten, zumeist unter vagen Vorwürfen der Verbindung zu «terroristischen Organisationen» geschlossen,  darunter sämtliche unabhängigen kurdischen Medien. Tausende verloren ihre Anstellung. 

Regierungskritische Berichterstattung ist damit kaum mehr möglich. Diejenigen, die dies trotzdem wagen, zahlen einen hohen Preis. Dies zeigt sich am Beispiel des Investigativjournalisten Ahmet Sik, der Schriftstellerin und Kolumnistin Asli Erdogan, dem Cumhüriyet-Mitarbeiter Kadri Gürsel sowie Ahmet Altan, dem ehemaligen Herausgeber einer von den Schliessungsbefehlen betroffenen Zeitung: 
Lesen Sie dazu die Storypage auf der internationalen Webseite von Amnesty International (in Englisch)

Amnesty verlangt von der türkischen Regierung das Ende der Repressionskampagne gegen die Medienfreiheit und die sofortige Freilassung der inhaftierten Medienschaffenden.
Zur weltweiten E-Mail-Aktion an den türkischen Justizminister Bekir Bozdag (englisch)