Usbekistan: Briefaktion für Azam Farmonov Gewaltloser politischer Gefangener in Haft gefoltert

Azam Farmonov, Mitglied der unabhängigen Menschenrechtsorganisation «Human Rights Society of Uzbekistan», verbüsst eine neunjährige Haftstrafe in einem abgelegenen Hochsicherheitsgefangenenlager im ...

Azam Farmonov © Private Azam Farmonov © Privat

Azam Farmonov, Mitglied der unabhängigen Menschenrechtsorganisation «Human Rights Society of Uzbekistan», verbüsst eine neunjährige Haftstrafe in einem abgelegenen Hochsicherheitsgefangenenlager im Nordwesten von Usbekistan.

Amnesty International betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen.

Azam Farmonov wurde am 29. April 2006 in seiner Heimatstadt Gulistan im Osten des Landes festgenommen. In Untersuchungshaft hatte er mindestens eine Woche lang keinen Kontakt zur Aussenwelt. Später erzählte er seiner Familie, dass er geschlagen worden sei. Zudem hätten Polizeibeamte ihm eine Gasmaske übergezogen und die Luftzufuhr abgedreht. Er gab an, mit Knüppeln auf die Beine und die Fusssohlen geschlagen worden zu sein, um ihn zu einem «Geständnis» zu zwingen. Trotz der Folterungen hat er nie ein Geständnis unterzeichnet und stets seine Unschuld beteuert.

Vor seiner Festnahme hatte Azam Farmonov sich für die Rechte lokaler Bauern und Bäuerinnen eingesetzt, die einigen Vertretern der für Landwirtschaft zuständigen Behörden Erpressung, Korruption und mangelnden Schutz der Interessen der Bauern vorgeworfen hatten. Am 16. Mai 2006 wurde Azam Farmonov selbst wegen Erpressung angeklagt. Seine Familie weigerte sich jedoch, den staatlich gestellten Rechtsbeistand zu akzeptieren, nachdem sie erfuhr, dass der Anwalt die schriftliche Anzeige, in der Azam Farmonov die Folterungen beschrieben hatte, zerrissen hatte.

Azam Farmonov wurde am 15. Juni 2006 zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil basierte hauptsächlich auf Aussagen, die Bauern unter Zwang gemacht hatten. Azam Farmonov hatte während des Gerichtsverfahrens keinen Rechtsbeistand. Er erstattete bei der Generalstaatsanwaltschaft Anzeige wegen der Folterungen, und auch seine Familie hat zahlreiche Beschwerden bei den zuständigen Behörden eingereicht. Dennoch sind bis zum heutigen Tag keine Untersuchungen der Foltervorwürfe eingeleitet worden.


Briefvorschlag und Forderungen


Sehr geehrter Herr Präsident

Azam Farmonov, Mitglied der unabhängigen Menschenrechtsorganisation «Human Rights Society of Uzbekistan», verbüsst eine neunjährige Haftstrafe in einem Hochsicherheitsgefangenenlager.

Amnesty International betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen.

Azam Farmonov wurde am 29. April 2006 in seiner Heimatstadt Gulistan festgenommen. In Untersuchungshaft wurde er gefoltert und misshandelt. Man wollte ihn zu einem «Geständnis» zwingen. Trotz der Folterungen hat er nie ein Geständnis unterzeichnet und stets seine Unschuld beteuert.

Vor seiner Festnahme hatte Azam Farmonov sich für die Rechte lokaler Bauern und Bäuerinnen eingesetzt, die einigen Vertretern der für Landwirtschaft zuständigen Behörden Erpressung, Korruption und mangelnden Schutz der Interessen der Bauern vorgeworfen hatten.

Am 16. Mai 2006 wurde Azam Farmonov selbst wegen Erpressung angeklagt. Seine Familie weigerte sich, den staatlich gestellten Rechtsbeistand zu akzeptieren, nachdem sie erfuhr, dass der Anwalt die schriftliche Anzeige zerriss, in der Azam Farmonov die Folterungen beschrieben hatte.

Azam Farmonov wurde am 15. Juni 2006 zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil basierte hauptsächlich auf Aussagen, die Bauern unter Zwang gemacht hatten. Azam Farmonov hatte während des Gerichtsverfahrens keinen Rechtsbeistand. Er erstattete bei der Generalstaatsanwaltschaft Anzeige wegen der Folterungen, und auch seine Familie hat zahlreiche Beschwerden bei den zuständigen Behörden eingereicht. Dennoch sind bis zum heutigen Tag keine Untersuchungen der Foltervorwürfe eingeleitet worden.

Ich bin sehr betroffen über diese Situation und bitte Sie höflich, sich dafür einzusetzen, dass Azam Farmonov unverzüglich und bedingungslos freigelassen wird.

Ausserdem bitte ich Sie, sofort eine umfassende Untersuchung der von Azam Farmonov erhobenen Foltervorwürfe einzuleiten.

Hochachtungsvoll


Höflich formulierter Brief an:

Präsident Islam Karimov
Rezidentsia prezidenta
ul. Uzbekistanskaia 43
Tashkent 700163
USBEKISTAN

Fax: 00 998 - 71 139 53 25
E-Mail: presidents_office@press-service.uz

Kopie an:

Botschaft der Republik Usbekistan
Perleberger Strasse 62
10559 Berlin
Deutschland

Fax: 004930/ 39 40 98 62
E-Mail: botschaft@uzbekistan.de

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom August 2014 | Word-Version herunterladen | E-Mail Alerts für «Briefe» abonnieren