Usbekistan: Briefaktion für Salidzhon Abdurakhmanov Zehn Jahre Gefängnis für Journalisten aufgrund konstruierter Vorwürfe

Der 64-jährige Journalist und Menschenrechtsverteidiger Salidzhon Abdurakhmanov verbüsst derzeit in Usbekistan eine zehnjährige Haftstrafe wegen mutmasslichen Drogenbesitzes und geplanten ...

Salidzhon Abdurakhmanov (© uznews-net) Salidzhon Abdurakhmanov © uznews-net

Der 64-jährige Journalist und Menschenrechtsverteidiger Salidzhon Abdurakhmanov verbüsst derzeit in Usbekistan eine zehnjährige Haftstrafe wegen mutmasslichen Drogenbesitzes und geplanten Drogenhandels. Amnesty International geht davon aus, dass die Vorwürfe konstruiert wurden und betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen, der sich nur wegen der friedlichen Äusserung seiner regierungskritischen Überzeugungen in Haft befindet.

Salidzhon Abdurakhmanov wurde am 7. Juni 2008 wegen des Verdachts auf illegalen Drogenbesitz festgenommen. Laut Angaben der Verkehrspolizei, die sein Auto für eine vermeintliche Routineuntersuchung anhielt, befanden sich im Kofferraum seines Autos Opium und Marihuana. Salidzhon Abdurakhmanov hat stets bestritten, jemals Drogen besessen oder konsumiert zu haben.

Der Antrag seines Rechtsbeistandes, forensische Untersuchungen zur Sicherstellung von Fingerabdrücken auf den Drogenbehältern und im Kofferraum einzuleiten, wurde abgelehnt. Die von der zuständigen Polizeieinheit angeordneten Blutproben beweisen, dass Salidzhon Abdurakhmanov keine Drogen genommen hatte.

Die Polizei durchsuchte seine Wohnung und sein Büro und konfiszierte seinen Computer sowie schriftliche Unterlagen. Sie fand jedoch keine Beweise für illegale oder kriminelle Aktivitäten. Dennoch wurde Salidzhon Abdurakhmanov im Oktober 2008 zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt.

Seit seiner Festnahme hat sich der Gesundheitszustand des Journalisten erheblich verschlechtert. Eine angemessene medizinische Behandlung hat er bisher nicht erhalten. 2013 wurde Salidzhon Abdurakhmanov vier Mal in das Gefängniskrankenhaus in Taschkent eingewiesen, um sich dort wegen Magen- und Darmgeschwüren behandeln zu lassen.


Briefvorschlag und Forderungen

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt

Der 64-jährige Journalist und Menschenrechtsverteidiger Salidzhon Abdurakhmanov verbüsst derzeit in Usbekistan eine zehnjährige Haftstrafe wegen mutmasslichen Drogenbesitzes und geplanten Drogenhandels.

Amnesty International geht davon aus, dass die Vorwürfe konstruiert wurden und betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen, der sich nur wegen der friedlichen Äusserung seiner kritischen Überzeugungen in Haft befindet.

Salidzhon Abdurakhmanov hat stets bestritten, jemals Drogen besessen oder konsumiert zu haben.

Der Antrag seines Rechtsbeistandes, forensische Untersuchungen zur Sicherstellung von Fingerabdrücken auf den Drogenbehältern und im Kofferraum einzuleiten, wurde abgelehnt. Die von der zuständigen Polizeieinheit angeordneten Blutproben beweisen, dass Salidzhon Abdurakhmanov keine Drogen genommen hatte.

Die Polizei durchsuchte seine Wohnung und sein Büro und konfiszierte seinen Computer sowie schriftliche Unterlagen. Sie fand jedoch keine Beweise für illegale oder kriminelle Aktivitäten. Dennoch wurde Salidzhon Abdurakhmanov im Oktober 2008 zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt.

Seit seiner Festnahme hat sich der Gesundheitszustand des Journalisten erheblich verschlechtert.

Ich bin äusserst besorgt über diese Situation und bitte Sie höflich dafür zu sorgen, dass Salidzhon Abdurakhmanov unverzüglich und bedingungslos freigelassen wird.

Zudem appelliere ich an Sie, sicherzustellen, dass die Schikanierung und Inhaftierung von unabhängigen JournalistInnen und MenschenrechtsverteidigerInnen eingestellt werden.

Hochachtungsvoll,


Höflich formulierter Brief an:

Rashidzhon Kodirov
Prosecutor General’s Office of Uzbekistan
ul. Gulyamova 66
Tashkent 100047
USBEKISTAN

E-Mail: prokuratura@lawyer.uz

 

Kopie an:

Botschaft der Republik Usbekistan
Perleberger Strasse 62
D - 10559 Berlin

Fax: 004930/ 39 40 98 62
E-Mail: botschaft@uzbekistan.de

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom September 2014 | Word-Version herunterladen | E-Mail Alerts für «Briefe» abonnieren