Roman Protassewitsch, ehemaliger Chefredakteur des regimekritischen Mediums NEXTA. © Michal Fludra/NurPhoto/Getty
Roman Protassewitsch, ehemaliger Chefredakteur des regimekritischen Mediums NEXTA. © Michal Fludra/NurPhoto/Getty

Belarus (Weissrussland) Entführter Blogger muss sofort freigelassen werden

25. Mai 2021
Die Entführung des Journalisten und Bloggers Roman Protassewitsch durch die erzwungene Landung eines Passagierflugzeugs ist ein weiterer Beleg dafür, dass die belarussische Regierung sich nicht um völkerrechtliche Verpflichtungen schert. Amnesty International fordert die sofortige Freilassung des Bloggers.
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«Es besteht grosse Sorge um die Sicherheit und körperliche Unversehrtheit von Roman Protassewitsch. Er ist umgehend freizulassen und seine sichere Ausreise zu gewähren. Während er in Haft ist, muss ihm ein unabhängiger selbstgewählter Rechtsbeistand gewährt werden», sagt Marie Struthers, Direktorin für Osteuropa und Zentralasien bei Amnesty International.

«Einen zivilen Linienflug mit einem Kampfjet zur Landung zu zwingen, um einen unliebsamen Journalisten festzunehmen, ist eine eklatante Verletzung des Völkerrechts. Die Regierung in Minsk unterstreicht damit auf dramatische Weise ihre Abkehr von allen Grundsätzen der internationalen Staatengemeinschaft und der internationalen Ordnung. Die Entführung reiht sich als bisheriger Höhepunkt in die schweren und systematischen Menschenrechtsverletzungen der letzten Monate und Tage ein», so Struthers weiter.

Amnesty hat wiederholt dokumentiert, mit welcher Gewalt friedlicher Protest in Belarus niedergeschlagen wird. Im vergangenen September wurden mehr als 30'000 Menschen festgenommen, weil sie gegen die Regierung Lukaschenko auf die Strasse gegangen sind.

Hintergrund

Am 23. Mai 2021 zwang ein Kampfjet des belarussischen Militärs eine zivile Linienmaschine auf dem Weg nach Litauen im Luftraum von Belarus zur Landung in Minsk. Dort wurden der 26-jährige Journalist Roman Protassewitsch und seine Partnerin Sofia Sepaga von Sicherheitskräften festgenommen. Ihm wird wegen seiner regierungskritischen Arbeit in den Telegram-Kanälen NEXTA und NEXTA live unter anderem «Anstiftung von Unruhen» vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.