Ägypten Tod und Zerstörung am Jahrestag der Revolution

29. Januar 2013
Eine Amnesty-Delegierte hat Zeugenaussagen zur jüngsten Eruption der Gewalt gesammelt: Erneut sind die Sicherheitskräfte mit unverhältnismässiger Gewalt vorgegangen und haben teilweise wahllos in die Menge geschossen.
Tote in Suez....

Zum 2. Jahrestag der Revolution gingen am 25. Januar auch in Suez Tausende von Menschen auf die Strasse. In Suez kamen damals die ersten Menschen durch die Schüsse der Polizei um - niemand ist dafür bisher je zur Rechenschaft gezogen worden. Es ist tragisch, dass sich dies genau 2 Jahre später wiederholt.

... und in Port Said

Zu den Unruhen in Port Said kam es, nachdem ein Gericht in Kairo 21 Anhänger eines Fussballklubs aus Port Said zum Tode verurteilt hat. Sie wurden damit verantwortlich gemacht  für den Tod von 73 Personen bei schweren Ausschreitungen am Rande eines Fussballspiels. Amnesty International verurteilt die Todesstrafe grundsätzlich.

Ende der Straflosigkeit dringlicher denn je

Allein am 26. Januar kamen in Port Said 31 Menschen - darunter zwei Polizisten - ums Leben, zumeist durch wahllose Schüsse der Sicherheitskräfte. Die tragischen Vorfälle werfen ein Licht auf die Unterlassungen der letzten 2 Jahre: Weiterhin herrscht weitgehende Straflosigkeit bei Übergriffen durch Polizei und Militär. Grundlegende Reformen des Sicherheitsapparats sind ebenfalls weitgehend ausgeblieben. Amnesty International fordert eindringlich, die jetzigen Vorfälle von unbhängiger Seite untersuchen zu lassen.

Zu den Zeugenaussagen in der internationalen Pressemitteilung (englisch)

Zum Jahrestag der Revolution hat Amnesty International in einem neuen Bericht zahlreiche Missstände und Unterlassungen bei der Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen und Todesfällen während des Umsturzes und in den zwei Jahren seither dokumentiert. Mehr dazu

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