Von den Protesten ins Gefängnis: Jugendgraffiti in Kairo 2012 © Amnesty International
Von den Protesten ins Gefängnis: Jugendgraffiti in Kairo 2012 © Amnesty International

Ägypten Auch Kinder gefoltert und zum Verschwinden gebracht

21. November 2018
Selbst Kinder sind nicht sicher vor Übergriffen durch die ägyptischen Sicherheitsorgane: Wie Amnesty International zusammen mit der Ägyptischen Front für Menschenrechte dokumentiert, wurden in den letzten Jahren mehrere Kinder schwer gefoltert und über Monate in den Verliesen der Sicherheitsdienste zum Verschwinden gebracht.

Am gestrigen Internationalen Tag des Kindes veröffentlichten Amnesty International und die NGO «Egyptian Front for Human Rights» Recherchen über schwere Übergriffe der ägyptischen Sicherheitsorgane auch gegen Kinder. In den dokumentierten Fällen wurden Kinder schwer mit Schlägen, Elektroschocks und sexueller Gewalt gefoltert, über längere Zeit in Einzelhaft gehalten, bis zu sieben Monate ohne Kontakt zu Angehörigen und der Aussenwelt zum Verschwinden gebracht, bevor einige von ihnen in unfairen Prozessen angeklagt und in mehrjährige Untersuchungshaft überstellt worden sind.

Ein Beispiel ist der Fall von Aser Mohammed, der im Alter von 14 Jahren festgenommen, 35 Tage an unbekanntem Ort festgehalten und unter Folter zu einem «Geständnis» über die «Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation» gezwungen worden ist. Abdallah Boumidan war sogar erst 12 Jahre alt, als er in der Stadt al-Arish im Nordsinai vom Militär verhaftet und für sieben Monate in einem Verlies verschwand, bevor er unter dem gleichen Vorwurf angeklagt und in Einzelhaft überführt worden ist. 

Damit verletzen die Sicherheitskräfte - die in den letzten Jahren allgemein für schwere Menschenrechtsverstösse verantwortlich sind – grundlegende Rechte der Kinder, denen Ägypten als Signatarstaat der Uno-Konvention über die Rechte des Kindes verpflichtet wäre. Amnesty fordert, dass alle willkürlich verhafteten Kinder unverzüglich freigelassen, die Verurteilungen aufgrund unfairer Prozesse und unter Folter erpressten Geständnissen aufgehoben und die Fälle von Folter und Misshandlung untersucht werden.

Statements von Najia Bounaim, Kampagnendirektorin von Amnesty für Nordafrika und detailliertere Infos in der internationalen Medienmitteilung (englisch)

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