Seit dem Aufstand vom 25. Januar 2011, dem Beginn des «arabischen Frühlings» in Ägypten, wurden politische Proteste brutal unterdrückt – zum Teil mit von Frankreich geliefertem Gerät. © shutterstock.com
Seit dem Aufstand vom 25. Januar 2011, dem Beginn des «arabischen Frühlings» in Ägypten, wurden politische Proteste brutal unterdrückt – zum Teil mit von Frankreich geliefertem Gerät. © shutterstock.com

Ägypten Französisches Kriegsgerät gegen Demonstranten eingesetzt

Medienmitteilung 16. Oktober 2018, London/Bern – Medienkontakt
Von Frankreich gelieferte, gepanzerte Mannschaftswagen wurden von ägyptischen Sicherheitskräften bei mehreren bewaffneten Einsätzen gegen Demonstrierende eingesetzt – mit tödlichen Folgen.

Der Amnesty-Bericht mit dem Titel «How French Arms were used to crush Dissident in Egypt» stützt sich auf die Analyse von Videomaterial und Hunderten von Fotos. Er zeigt, wie ägyptische Sicherheitskräfte bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste zwischen 2012 und 2015  gepanzerte Mannschaftswagen einsetzten, die aus Frankreich geliefert worden waren.

So verwendeten ägyptische Sicherheitskräfte am 14. August 2013 in Kairo gepanzerte Sherpa-Fahrzeuge, die aus Frankreich stammen, um Sitzstreiks aufzulösen. Fast 1'000 Menschen wurden im Massaker von Rabaa getötet. Nach Angaben von Personen, die an den Demonstrationen teilgenommen und mit Amnesty International gesprochen haben, feuerten ägyptische Sicherheitskräfte aus den Panzern heraus scharfe Munition auf Demonstranten und Demonstrantinnen ab.

Der Bericht zeigt zudem, wie Frankreich mit Waffenlieferungen nach Ägypten gegen internationale und EU-Vorschriften verstossen hat.

Zwischen 2012 und 2016 lieferte Frankreich mehr Waffen an Ägypten als in den vorangehenden 20 Jahren. Allein im Jahr 2017 belief sich die Menge der exportierten Militär- und Sicherheitsausrüstung auf mehr als 1,4 Milliarden Euro.

«Es ist entsetzlich, dass Frankreich nach einem der tödlichsten Angriffe auf Demonstrierende im 21. Jahrhundert weiterhin militärische Ausrüstung nach Ägypten geliefert hat», sagte Najia Bounaim, Verantwortliche für Kampagnen in Nordafrika von Amnesty International.

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