Storymap © AI USA esri.com
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Irak, ein Jahr nach dem Fall von Mosul Tödliche Spirale der Gewalt

Vor einem Jahr hat der sogenannte «Islamische Staat» (IS) die nordirakische Millionenstadt Mosul erobert und dort ein Terrorregime etabliert. Seitdem ist der Irak in einem Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt gefangen. In einer interaktiven «Story Map» dokumentiert Amnesty International 65 Schauplätze von Massakern und Gewaltakten des IS sowie Rachefeldzügen schiitischer Milizen und irakischer Regierungskräfte.

Die Krisenbeauftragte von Amnesty International, Donatella Rovera, hielt sich während der vergangenen zwölf Monate mehrfach im Irak auf und führte zahlreiche Interviews mit Überlebenden von Massakern und Racheakten. Das Ergebnis ihrer Recherchen fasst sie in einem Kurzbericht über die Rachefeldzüge schiitischer und jesidischer Milizen sowie einer interaktiven «Story Map» zusammen. Mit Hilfe der interaktiven Karte kann man nachverfolgen, wo und wann Übergriffe des «IS» oder Racheakte regierungsnaher Milizen stattfanden.

Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt

Im Januar 2015 beispielsweise richteten schiitische Milizionäre im Dorf Barwana 45 Männer und Knaben hin. Aufgrund zahlreicher ZeugInnenaussagen kommt Donatella Rovera zum Schluss, dass die Milizen das Dorf überfielen, um «sunnistische Araber zu töten». Auch ein anderer Vorfall zeigt die tragischen Folgen der brutalen «ethnischen Säuberungen» in den Sinjar-Bergen durch den «Islamischen Staat»: Am 25. Januar 2015 überfielen jesidische Milizen die beiden arabischen Dörfer Jiri und Sibaya, brannten diese vollständig nieder und ermordeten mindestens 21 Menschen, darunter auch Frauen, Kinder, Alte und Behinderte.

Amnesty fordert Ende der Straflosigkeit

Die irakische Regierung muss dafür sorgen, dass die Milizen für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden und die Kultur der völligen Straflosigkeit beendet wird. Sonst sind die Aussichten für den Irak düster, denn das Land droht immer tiefer in den Teufelskreis ethnisch und religiös motivierter Gewalt zu rutschen. Den Preis dafür zahlen (zivile) Angehörige bestimmter Gemeinschaften und nicht die Verantwortlichen für die Gewaltakte.

Zum Kurzbericht Barwana (englisch)

Zum Kurzbericht Jiri und Sibaya (englisch)

Medienmitteilung veröffentlicht: London/Bern, 10. Juni 2015
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