Unangemessene Repression gegen DemonstrantInnen im Irak verursacht Tote und Verletzte. © AFP via Getty Images
Unangemessene Repression gegen DemonstrantInnen im Irak verursacht Tote und Verletzte. © AFP via Getty Images

Irak Augenzeugen berichten von mindestens 25 Toten bei Demonstrationen in Nasiriyah

2. Dezember 2019
Sicherheitskräfte haben in der Stadt Nasiriyah, im Süden Iraks, auf Protestierende geschossen. Augenzeugen berichteten Amnesty International von mindestens 25 Toten und mehreren Verletzten. Amnesty bestätigt diese Berichte nach eingehender Überprüfung von Video- und Bildmaterial und fordert die irakischen Behörden auf, die Sicherheitskräfte umgehend in ihre Schranken zu weisen.

Amnesty International verifiziert Filmmaterial, das zeigt, wie Sicherheitskräfte in Nasiriyah mit automatischen Waffen auf Demonstrierende schiessen. Das Digital Verification Corps von Amnesty International erachtet auch Videos, die zeigen, wie Protestierende vor Schüssen flüchten oder sich um Verwundete kümmern, als glaubwürdig.

«Die Szenen aus Nasiriyah am Morgen nach dem Einsatz der Sicherheitskräfte ähneln einem Kriegsgebiet.» Lynn Maalouf, zuständig für den Nahen Osten bei Amnesty International.

«Die Szenen aus Nasiriyah am Morgen nach dem Einsatz der Sicherheitskräfte ähneln einem Kriegsgebiet. Dieser Angriff auf Protestierende ist der jüngste in einer langen Reihe von tödlichen Ereignissen bei den Protesten in dem Land. Die irakischen Sicherheitskräfte gehen mit erschreckender Gewalt gegen weitgehend friedliche DemonstrantInnen vor», sagte Lynn Maalouf, zuständig für den Nahen Osten bei Amnesty International.

Seit dem 1. Oktober 2019 fanden bei den Demonstrationen im Irak weit über 300 Personen den Tod, Tausende wurden verletzt oder verhaftet. «Dieses Blutbad muss aufhören. Die internationale Gemeinschaft muss darauf drängen, dass der Irak die Sicherheitskräfte zügelt. Eine unabhängige Untersuchungskommission muss die Übergriffe der Sicherheitskräfte untersuchen und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden», fordert Lynn Maalouf.

Die NGO Netblocks berichtete, dass das Internet in Nasiriyah in der Nacht vom 27. auf den 28 November weitgehend blockiert war.

Weitere Augenzeugenberichte zur Situation in Nasiriyah in der englischsprachigen Medienmitteilung: auf www.amnesty.org.