Maryam Hosseinkhah Frauenrechtlerin im Iran aus Gefängnis entlassen

13. Februar 2008
Die iranische Journalistin und Frauenrechtlerin Maryam Hosseinkhah wurde am 2. Januar 2008 aus dem Evin-Gefängnis entlassen, wo sie seit dem 18. November 2007 inhaftiert war. Sie wurde der «Antiregierungspropaganda» und der «Verbreitung von Lügen» beschuldigt in Zusammenhang mit Artikeln auf Internetseiten, die von ihr redaktionell bearbeitet werden.

Maryam Hosseinkhah © R. Asgarizadeh Maryam Hosseinkhah © R. Asgarizadeh

Maryam Hosseinkhah ist aktives Mitglied der «Kampagne für Gleicherechtigung», die darauf abzielt, eine Million Unterschriften zu sammeln, um die gesetzliche Benachteiligung von Frauen im Iran zu beenden, und sie ist Mitherausgeberin der Kampagnen-Website. Darüber hinaus ist sie im Frauenkulturzentrum aktiv, einer Frauenorganisation, die 2001 gegründet wurde, um die Menschenrechte und politischen Rechte der Frauen im Iran zu fördern.

Am 17. November 2007 war Maryam Hosseinkhah in einer Abteilung des Revolutionsgerichts, die Fälle der inneren Sicherheit bearbeitet, vorgeladen, um über ihre Arbeit für die Rechte der Frauen befragt zu werden. Sie wurde dort über zwei Stunden verhört und man bestellte sie zur weiteren Befragung für den nächsten Tag erneut ins Gericht. Als Maryam Hosseinkhah am 18. November dort eintraf, wurde ein Haftbefehl ausgestellt, man nahm sie fest und brachte sie in den Trakt 3 des Evin-Gefängnisses in Teheran. Der Trakt 3 ist ein Bereich, in dem Personen eingesperrt werden, die man gewaltloser Verbrechen für schuldig befunden hat. Auch andere Frauenrechtlerinnen waren dort bereits inhaftiert.

Auch im Gefängnis politisch aktiv

Während der Haft ist Maryam Hosseinkhah weiter politisch aktiv gewesen und hat sich dabei auf die weiblichen Gefangenen konzentriert. Mit Unterstützung ihrer Mitgefangenen Jelveh Javaheri und Mitstreiterinnen in Freiheit hat sie es geschafft, 60 Bücher für die Gefängnisbibliothek der Frauen im Evin-Gefängnis zu sammeln und eine Stiftung zugunsten der weiblichen Gefangenen zu gründen. Sie hat ausserdem Artikel über die Haftbedingungen der weiblichen Gefangenen und die Wirkung diskriminierender Gesetze und ihren Einfluss auf die Kriminalität von Frauen und ihre Inhaftierung geschrieben, die im Internet veröffentlicht wurden.

Amnesty International betrachtete die Journalistin, deren Fall in einer Urgent Action aufgenommen worden war, als gewaltlose politische Gefangene, die nur deshalb in Haft war, weil sie für die Gleichberechtigung der Frauen im Iran eintritt, und forderte deshalb ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.