Iran Jugendlicher Straftäter hingerichtet

21. Januar 2013
Mit der Hinrichtung eines jugendlichen Straftäters demonstriert Iran erneut Missachtung von internationalem Recht. Amnesty fordert einen Hinrichtungsstopp.

Der 21jährige Ali Naderi soll am 16. Januar 2013 im Raja’i Shahr-Gefängnis in Karaj hingerichtet worden sein. Er war für einen Mord verurteilt worden, den er als 17jähriger bei einem Einbruch begangen haben soll.

Iran ist eines der wenigen Länder weltweit, das immer noch jugendliche Straftäter (jünger als 18 Jahren zum Zeitpunkt der Tat) zum Tode verurteilt und hinrichtet. Unter den mehr als 500 Menschen, die 2012 im Iran hingerichtet wurden, war mindestens ein Jugendlicher.

Dabei verletzt Iran internationales Recht wie beispielsweise die Kinderschutz-Konvention, die Iran 1994 ratifiziert hat. Dennoch wird das Alter für Straffähigkeit im Iran weiterhin mit «Reife» definiert, was neun Mondjahre für Mädchen und 15 Mondjahre für Jungs bedeutet.

Im September 2012 hat der Iran-Berichterstatter der Uno die iranischen Behörden aufgerufen, die Todesstrafe für Jugendliche abzuschaffen. Im März 2013 soll die problematische Lage der Menschenrechte im Iran erneut im Uno-Menschenrechtsrat in Genf diskutiert werden.

Drohende Hinrichtungen

Amnesty International ist alarmiert über Hinweise, dass drei Angehörige von ethnischen Minderheiten bald hingerichtet werden könnten. Die Kurden Zaniar Moradi und Loghman Moradi sowie Yunes Aghayan sind akut von Hinrichtung bedroht.

Die drei Gefangenen haben angegeben, dass sie mit Folter und Misshandlung zu Geständnissen gezwungen wurden. Sie wurden in unfairen Verfahren zum Tod verurteilt.

Amnesty International ruft die iranischen Behörden dazu auf, ein Moratorium für Hinrichtungen einzuführen sowie die Antifolter-Konvention der Uno zu unterzeichnen und ohne Vorbehalte anzuwenden.

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