© Dan Henson - Shutterstock
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Iran: Briefaktion für durch Covid-19 gefährdete Gefangene Covid-19: Inhaftierte unter erhöhtem Risiko

Briefe gegen das Vergessen Juni 2020
Trotz einiger angekündigter Freilassungen angesichts der Covid-19-Pandemie befinden sich im Iran noch immer Hunderte gewaltlose politische Gefangene in Haft.

Zu ihnen zählen MenschenrechtsverteidigerInnen, friedliche Protestierende und andere Personen, die lediglich deshalb inhaftiert wurden, weil sie friedlich ihre Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit wahrgenommen oder von ihrem Recht auf Glaubens- bzw. Religionsfreiheit Gebrauch gemacht haben.

In zahlreichen iranischen Gefängnissen wurden Häftlinge bereits positiv auf Covid-19 getestet, was für die InsassInnen dieser Hafteinrichtungen eine hohe Ansteckungsgefahr bedeutet. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO scheinen bestimmte Personengruppen ganz besonders in Gefahr zu sein, bei einer Erkrankung ernste Symptome zu entwickeln und zu sterben. Zu dieser Risikogruppe zählen ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Diese sind in der iranischen Gefängnispopulation vertreten. Hinzu kommt, dass manchen Gefangenen systematisch eine angemessene medizinische Versorgung verweigert wird, wodurch sie bei einer Ansteckung mit dem Corona-Virus besonders gefährdet wären. Amnesty International hat in der Vergangenheit häufig dokumentiert, wie gewaltlosen politischen Gefangenen als Strafmassnahme die nötige medizinische Versorgung vorenthalten wurde.

Viele Inhaftierte sind bereits in den Hungerstreik getreten, um gegen den Mangel an Hygieneartikeln in Gefängnissen zu protestieren sowie gegen die Weigerung der Behörden, Häftlinge vorübergehend freizulassen, genügend Tests in Gefängnissen durchzuführen und mutmasslich erkrankte InsassInnen zu isolieren. In zahlreichen Gefängnissen wandten Sicherheitskräfte tödliche Gewalt an, um Proteste wegen Sicherheitsbedenken bezüglich Covid-19 niederzuschlagen. Glaubwürdigen Quellen zufolge wurden dabei etwa 35 Personen getötet und Hunderte weitere verletzt.

Viele Familien haben sich besorgt über das Wohlergehen ihrer inhaftierten Verwandten geäussert und sind der Ansicht, dass die iranischen Behörden Häftlinge, die Covid-19-Symptome aufweisen, systematisch testen lassen sollten.
 

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe in gutem Persisch, Englisch oder auf Deutsch an die oberste Justizautorität:

BRIEFVORSCHLAG und Forderungen auf Deutsch
(Briefvorschlag in Englisch siehe ganz unten)

Sehr geehrter Herr Raisi

Trotz einiger angekündigter Freilassungen angesichts der Covid-19-Pandemie befinden sich im Iran noch immer Hunderte gewaltlose politische Gefangene in Haft. Zu ihnen zählen MenschenrechtsverteidigerInnen, friedliche Protestierende und andere Personen, die lediglich deshalb inhaftiert wurden, weil sie friedlich ihre Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit wahrgenommen oder von ihrem Recht auf Glaubens- bzw. Religionsfreiheit Gebrauch gemacht haben.
In zahlreichen iranischen Gefängnissen wurden Häftlinge bereits positiv auf Covid-19 getestet, was für die InsassInnen dieser Hafteinrichtungen eine hohe Ansteckungsgefahr bedeutet. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO scheinen bestimmte Personengruppen ganz besonders in Gefahr zu sein, bei einer Erkrankung ernste Symptome zu entwickeln und zu sterben. Zu dieser Risikogruppe zählen ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Diese sind in der iranischen Gefängnispopulation vertreten. Hinzu kommt, dass manchen Gefangenen systematisch eine angemessene medizinische Versorgung verweigert wird, wodurch sie bei einer Ansteckung mit dem Corona-Virus besonders gefährdet wären.
Viele Inhaftierte sind bereits in den Hungerstreik getreten, um gegen den Mangel an Hygieneartikeln in Gefängnissen zu protestieren sowie gegen die Weigerung der Behörden, Häftlinge vorübergehend freizulassen, genügend Tests in Gefängnissen durchzuführen und mutmasslich erkrankte InsassInnen zu isolieren. In zahlreichen Gefängnissen wandten Sicherheitskräfte tödliche Gewalt an, um Proteste wegen Sicherheitsbedenken bezüglich Covid-19 niederzuschlagen. Glaubwürdigen Quellen zufolge wurden dabei etwa 35 Personen getötet und Hunderte weitere verletzt.

Ich bitte Sie daher, alle gewaltlosen politischen Gefangenen umgehend und bedingungslos freizulassen, darunter auch MenschenrechtsverteidigerInnen und Personen, die nur deshalb inhaftiert sind, weil sie friedlich an den Protesten vom November 2019 und Januar 2020 teilgenommen hatten. Bitte ziehen Sie dringend in Erwägung, auch andere Inhaftierte freizulassen, insbesondere Untersuchungshäftlinge und besonders gefährdete Personen. Stellen Sie sicher, dass alle notwendigen Massnahmen ergriffen werden, um die Gesundheit aller Gefangenen zu schützen, zum Beispiel durch angemessenen Zugang zu Tests.

Hochachtungsvoll,
 

Corona-Krise: Info Postversände

Aufgrund der Corona-Krise ist die weltweite Briefzustellung momentan eingeschränkt. Da die Zustellbedingungen täglich ändern können, prüfen Sie bitte vorab auf der Website der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden. Falls nicht, bitten wir Sie andere Kommunikationskanäle (E-Mail, Fax oder soziale Medien, wenn vorhanden) für die Zustellung Ihres Appells zu nutzen und/oder senden Sie diesen via die Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung an die genannte Person.

Höflich formulierten Brief an die oberste Justizautorität

Ebrahim Raisi
c/o Permanent Mission of Iran to the UN
622 Third Ave., 34th floor
New York, NY 10017
USA

E-Mail: iran@un.int

Kopie an

Botschaft der Islamischen Republik Iran Thunstrasse 68
Postfach 227
3000 Bern 6

Fax: 031 351 56 52
E-Mail: secretariat@iranembassy.ch

 

Einen druckfertigen Modellbrief auf Deutsch finden Sie auf Seite 5
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Porto: Europa: CHF 1.50 / übrige Länder: CHF 2.00
 


Model letter in english:

*Leider steht uns für diesen Fall kein Modellbrief in Englisch zur Verfügung.