Iranische Demonstrantinnen halten während einer Demonstration vor der Teheraner Amir-Kabir-Universität am 11. Januar 2020 Blumen in der Hand. Im Hintergrund die Tränengasschwaden der Bereitschaftspolizei.  © AFP/Getty Images
Iranische Demonstrantinnen halten während einer Demonstration vor der Teheraner Amir-Kabir-Universität am 11. Januar 2020 Blumen in der Hand. Im Hintergrund die Tränengasschwaden der Bereitschaftspolizei. © AFP/Getty Images

Iran Massive Gewalt gegen Demonstrierende im Iran

21. Januar 2020
Die Behörden haben Demonstrationen im Iran brutal niedergeschlagen. Im Dezember 2019 berichtete Amnesty von mehr als 300 Toten. Auch im Januar 2020 gingen die Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Proteste und Mahnwachen vor. Tausende von Demonstrierenden wurden willkürlich verhaftet. Diese laufen Gefahr, gefoltert und misshandelt zu werden.

Im November 2019 töteten die iranischen Sicherheitskräfte bei Demonstrationen gegen steigende Benzinpreise über 300 Menschen, darunter auch Kinder. Tausende Protestierende wurden verletzt oder verhaftet. Unter ihnen befinden sich auch Medienschaffende, Stuierende und MenschenrechtsverteidigerInnen. So will die iranische Regierung Kritik an der brutalen Repression verhindern.

Die Verhafteten waren Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt: Sie berichteten von Schlägen, Fusstritten und Stockhieben. Die iranischen Behörden verweigern vielen Verhafteten den Kontakt zu ihren Familienangehörigen und AnwältInnen. Auch Minderjährige, manche nicht älter als 15 Jahre, wurden verhaftet und zusammen mit Erwachsenen in Haftanstalten eingesperrt, die berüchtigt sind für Folter und Misshandlungen.

Am 11. und 12. Januar 2020 sind die Sicherheitskräfte erneut gegen friedlich Demonstrierende vorgegangen. Tausende Menschen hatten sich in ganz Iran versammelt, um Mahnwachen und Proteste abzuhalten: Sie forderten Gerechtigkeit für die 176 Menschen, die beim Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine getötet worden waren. Protestierende wurden mit Stöcken geschlagen, mit Gummigeschossen, Tränengas und Pfefferspray auseinandergetrieben. Manche haben trotz schmerzhafter Verletzungen aus Angst vor Verhaftungen keine Spitäler aufgesucht.