Nabi Saleh © Amnesty International
Nabi Saleh © Amnesty International

Israel/besetzte Gebiete: Briefaktion für Bevölkerung von Nabi Saleh Dorfbevölkerung seit Jahren gewaltsam unterdrückt

Nabi Saleh ist ein kleines Dorf in den besetzten palästinensischen Gebieten, das etwa 20 Kilometer nordwestlich der Stadt Ramallah liegt. Die 550 DorfbewohnerInnen werden von der israelischen Armee ...

Nabi Saleh ist ein kleines Dorf in den besetzten palästinensischen Gebieten, das etwa 20 Kilometer nordwestlich der Stadt Ramallah liegt. Die 550 DorfbewohnerInnen werden von der israelischen Armee seit Jahren gewaltsam unterdrückt.

Seit 2009 demonstrieren sie jede Woche friedlich gegen die militärische Besatzung durch Israel. Ausserdem protestieren sie gegen die illegal errichtete israelische Siedlung Halamish, durch die sie fast ihr gesamtes Ackerland verloren haben. Trotz anderslautender gerichtlicher Anordnungen funktionierten die israelischen SiedlerInnen die örtliche Wasserquelle zu einer Touristenattraktion um, zu der die DorfbewohnerInnen nun keinen Zugang mehr haben.

Die israelische Armee reagiert auf die friedlichen Proteste mit unverhältnismässiger und unnötiger Gewalt. Sie schiesst mit scharfer Munition, gummiummantelten Metallkugeln und Blendgranaten und geht mit Tränengas gegen die DorfbewohnerInnen vor. Bisher sind bei den Angriffen zwei Männer getötet worden: Mustafa und Rushdi Tamimi. Hunderte weitere Personen wurden verletzt, darunter auch viele Kinder.

Die durch Israel eingeleiteten militärischen Untersuchungen der Tötungen von PalästinenserInnen in den besetzten palästinensischen Gebieten erfolgen in der Regel verzögert. Sie sind auch nicht unabhängig und unparteiisch. Im Dezember 2013 schloss das israelische Militär die Untersuchung der Tötungen von Mustafa und Rushdi Tamimi ab, ohne dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurden.

Darüber hinaus schüchtert die israelische Armee die BewohnerInnen von Nabi Saleh gezielt ein. So hat sie das gesamte Dorf zu einer geschlossenen militärischen Zone erklärt und führt nächtliche Razzien durch, bei denen SoldatInnen Häuser durchsuchen und sogar Kinder festnehmen.


Briefvorschlag und Forderungen


Sehr geehrter Herr Minister

Die 550 BewohnerInnen des Dorfes Nabi Saleh werden von der israelischen Armee seit Jahren gewaltsam unterdrückt.

Seit 2009 demonstrieren sie jede Woche friedlich gegen die militärische Besatzung durch Israel. Ausserdem protestieren sie gegen die illegal errichtete israelische Siedlung Halamish, durch die sie fast ihr gesamtes Ackerland verloren haben. Trotz anderslautender gerichtlicher Anordnungen funktionierten die israelischen SiedlerInnen die örtliche Wasserquelle zu einer Touristenattraktion um, zu der die DorfbewohnerInnen nun keinen Zugang mehr haben.

Die israelische Armee reagiert auf die friedlichen Proteste mit unverhältnismässiger und unnötiger Gewalt. Sie schiesst mit scharfer Munition, gummiummantelten Metallkugeln und Blendgranaten und geht mit Tränengas gegen die DorfbewohnerInnen vor.

Die israelische Armee schüchtert die BewohnerInnen von Nabi Saleh gezielt ein. So hat sie das gesamte Dorf zu einer geschlossenen militärischen Zone erklärt und führt nächtliche Razzien durch, bei denen Soldaten und Soldatinnen Häuser durchsuchen und sogar Kinder festnehmen.

Ich bin sehr besorgt über diese Situation und bitte Sie höflich, dafür zu sorgen, dass die BewohnerInnen von Nabi Saleh vor Drangsalierungen geschützt werden und sicherzustellen, dass sie ihre Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit wahrnehmen können.

Hochachtungsvoll,


Höflich formulierter Brief an:

Moshe Ya‘alon, Minister of Defence
Ministry of Defence
37 Kaplan Street, Hakirya
Tel Aviv 61909,
ISRAEL

E-Mail:
minister@mod.gov.il
pniot@mod.gov.il
myaalon@knesset.gov.il

Fax:
+972 3 691 6940
+972 3 696 275  (?)
+972 3 696 2757
+972 2 530 3367

 

Kopie an:

Botschaft von Israel
Alpenstrasse 32
Postfach
3000 Bern 6

Fax: 031 356 35 56
E-Mail: amb-sec@bern.mfa.gov.il

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom September 2014 | Word-Version herunterladen | E-Mail Alerts für «Briefe» abonnieren