Israel/Gaza: «Gaza Plattform» Interaktive Darstellung von 2500 israelischen Angriffen

8. Juli 2015
Ein Jahr nach der Gewalteskalation in Gaza / Südisrael warten die Opfer immer noch auf Gerechtigkeit. Um die Untersuchung und Ahndung von Kriegsverbrechen zu erleichtern, veröffentlicht Amnesty International die bisher umfassendste interaktive Dokumentation von mehr als 2500 israelischen Angriffen.

Im Juli / August 2014 kamen in Gaza durch die israelische Operation «Protective Edge» im Juli/August rund 1500 palästinensische Zivilpersonen ums Leben. Zusammen mit der NGO «Forensic Architecture» und den palästinensischen Menschenrechtsorganisationen Al Mezan und PCHR hat Amnesty International die Daten von über 2500 israelischen Luft- und Artillerieangriffen ausgewertet und mit Photos, Videos, Satellitenbildern und ZeugInnenaussagen in der interaktiven Datenbank «Gaza Plattform» auf gazaplatform.amnesty.org umfassend aufbereitet.

Muster potenzieller Kriegsverbrechen aufzeigen

Das Ziel dieser bisher umfassendsten Dokumentation israelischer Angriffe ist es, völkerrechtlich problematische systematische Vorgehensweisen aufzuzeigen. Darunter fallen 1200 Luftangriffe auf Wohngebäude oder 270 Angriffe mit Artillerie, deren Einsatz in dicht besiedelten Gebieten das völkerrechtliche Verbot, nicht hinreichend zwischen zivilen und militärischen Zielen zu unterscheiden, verletzt. Die «Gaza Plattform» ist damit eine unverzichtbare Grundlage für die Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen durch internationale Mechanismen (Strafgerichtshof, Untersuchungskommission des Menschenrechtsrats), wie dies Amnesty seit einem Jahr unablässig fordert.

Palästinensische Raketenangriffe per se Kriegsverbrechen

Die Raketenangriffe auf Südisrael, die sechs zivile Opfer forderten, sind nicht Gegenstand der Untersuchung. Die Sachlage ist hier klar: Dadurch, dass die palästinensischen Raketen nicht auf ein bestimmtes (militärisches) Ziel gerichtet werden können, stellt ihr Einsatz einen Verstoss gegen die Genfer Konventionen und damit ein Kriegsverbrechen dar. Amnesty hat dies in einem Ende März 2015 publizierten Bericht bereits umfassend dokumentiert.

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