Von der Amnesty-Delegation am 15. April in Misratah identifizierte Streubombe. © AI
Von der Amnesty-Delegation am 15. April in Misratah identifizierte Streubombe. © AI

Libyen Misratah unter Feuer

9. Mai 2011
In den letzten Wochen waren Amnesty-Delegierte in Misratah vor Ort. In ihrem Bericht «Misratah: Under Siege and Under Fire» beschuldigen sie die Truppen Gaddafis, Wohnviertel zu beschiessen und damit mutmasslich Kriegsverbrechen zu begehen.

«Das Ausmass der unablässigen, seit mehr als zwei Monaten andauernden Angriffe der Gaddafi-Truppen, um die Bevölkerung Misratahs einzuschüchtern, ist erschreckend», sagt Donatella Rovera, die Leiterin der in Libyen präsenten Delegation von Amnesty International.

Die im Bericht «Misratah: Under Siege and Under Fire» zusammengetragenen Erkenntisse von Amnesty zeigen, dass die Gaddafi-Truppen nicht nur militärische Ziele, sondern ohne Unterscheidung auch die Zivilbevölkerung angreifen, dies durch Artillerie- und Raketenbeschuss, die Verwendung von Streubomben und den Einsatz von Scharfschützen.

«Dies ist menschenverachtend, stellt eine klare Verletzung des humanitären Völkerrechts dar und ist damit als Kriegsverbrechen zu werten», meint Donatella Rovera.

Amnesty International fordert Tripolis auf, die Angriffe umgehend zu stoppen. Zudem müssen die Vorgänge in Misratah auch Eingang finden in die Ermittlungen, die der Internationale Strafgerichtshof (ICC) zu Libyen aufgenommen hat.

Zur Pressemitteilung von Amnesty

Zum Report «Misratah: Under Siege and Under Fire»

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