Marokko: Briefaktion für Ali Aarrass Verurteilt aufgrund von Geständnis unter Folter

2006 ermittelten spanische Behörden gegen den belgisch-marokkanischen Staatsangehörigen Ali Aarrass wegen Terrorismusverdachts, fanden allerdings weder Hinweise noch Belege. Aufgrund neuer ...

Ali Aarrass Portrait Ali Aarrass © Privat

2006 ermittelten spanische Behörden gegen den belgisch-marokkanischen Staatsangehörigen Ali Aarrass wegen Terrorismusverdachts, fanden allerdings weder Hinweise noch Belege. Aufgrund neuer Terrorismusvorwürfe der marokkanischen Behörden lieferten sie ihn dann doch an Marokko aus. Wie der UNO-Menschenrechtsrat zuvor bereits befürchtet hatte, wurde er dort nach seiner Ankunft gefoltert. 2011 wurde Ali Aarrass aufgrund von Geständnissen, die er unter Folter unterzeichnet hatte, zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Gefängnisstrafe wurde im Berufungsverfahren auf zwölf Jahre reduziert.

Ali Aarrass berichtete, dass er nach seiner Ankunft in Marokko zwölf Tage in Isolationshaft in einem geheimen Verhörzentrum des marokkanischen Geheimdienstes DST in Témara festgehalten und gefoltert wurde. Dabei habe man die Foltermethode «Falaqa» angewendet. Hierbei erhält der Betroffene äusserst schmerzhafte Schläge auf die Fusssohlen. Ausserdem habe man ihm Elektroschocks an den Hoden verabreicht, ihn über längere Zeiträume an den Handgelenken aufgehängt und mit Zigaretten verbrannt.
2013 gelang es ihm, Skizzen der erlittenen Foltermethoden aus dem Gefängnis zu schmuggeln.

Ausserdem berichtet Ali Aarrass von Misshandlungen durch das Gefängnispersonal im Gefängnis Salé II in der Nähe der marokkanischen Hauptstadt Rabat, darunter Schlafentzug oder den Befehl, sich in seiner Zelle nackt auszuziehen. Im Juli und August 2013 befand er sich im Hungerstreik aus Protest gegen die Behandlung im Gefängnis, das Durchwühlen seiner Zelle sowie die Verweigerung seiner Rechte auf Telefongespräche, Zugang zu seiner Post, Hofgang und die Möglichkeit, zu duschen.


Briefvorschlag und Forderungen

Exzellenz

Der belgisch-marokkanische Staatsbürger Ali Aarrass wurde 2011 aufgrund von Geständnissen, die er unter Folter unterzeichnet hatte, wegen Terrorismus zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Gefängnisstrafe wurde im Berufungsverfahren auf zwölf Jahre reduziert.

Ali Aarrass berichtete, dass er nach seiner Ankunft in Marokko zwölf Tage in Isolationshaft in einem geheimen Verhörzentrum des marokkanischen Geheimdienstes DST in Témara festgehalten und gefoltert wurde. Dabei habe man die Foltermethode «Falaqa» angewendet. Ausserdem habe man ihm Elektroschocks an den Hoden verabreicht, ihn über längere Zeiträume an den Handgelenken aufgehängt und mit Zigaretten verbrannt.

Ausserdem berichtet Ali Aarrass von Misshandlungen durch das Gefängnispersonal im Gefängnis Salé II, darunter Schlafentzug oder den Befehl, sich in seiner Zelle nackt auszuziehen.

Im Juli und August 2013 befand er sich im Hungerstreik aus Protest gegen die Behandlung im Gefängnis, das Durchwühlen seiner Zelle sowie die Verweigerung seiner Rechte auf Telefongespräche, Zugang zu seiner Post, Hofgang und die Möglichkeit, zu duschen.

Ich bin sehr besorgt über diese Situation und bitte Sie höflich, umgehend Ermittlungen zu den Foltervorwürfen von Ali Aarrass einzuleiten. Diese Ermittlungen müssen auch seine Inhaftierung beim DST beinhalten. Ausserdem fordere ich, dass ein Beschluss der Uno-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen umgesetzt wird, wonach Ali Aarrass umgehend aus der Haft entlassen werden muss.

Hochachtungsvoll


Höflich formulierter Brief an:

Minister of Justice and Liberties, El Mustapha Ramid
Ministère de la Justice et des libertés
Place El Mamounia – BP 1015
Rabat
MOROCCO

Fax: +212 537 73 47 25

 

Kopie an:

Botschaft von Marokko
Helvetiastrasse 42
3005 Bern

Fax: 031 351 03 64
E-Mail: sifamaberne2@bluewin.ch
sec_eco_amb@bluewin.ch

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom Juni 2014 | Word-Version herunterladen | E-Mail Alerts für «Briefe» abonnieren