Omar Radi in Casablanca, Marokko. © Fanny Hedenmo
Omar Radi in Casablanca, Marokko. © Fanny Hedenmo

Briefaktion Marokko Journalist mit Klagen drangsaliert

7. Dezember 2020
Der marokkanische Journalist Omar Radi wird von der Regierung schickaniert und mit Festnahmen, Klagen und Überwachungsmassnahmen drangsaliert. Omar Radi ist ein erklärter Kritiker der Menschenrechtsbilanz der Regierung und untersucht auch Korruptionsfälle.

Der marokkanische Journalist wurde wegen «Gefährdung der Staatssicherheit» und «Vergewaltigung» angeklagt. Die marokkanischen Behörden stützen sich dabei auf die Anschuldigung, dass Omar Radi Geld von Quellen erhalten habe, die Verbindungen zu ausländischen Nachrichtendiensten hätten. Amnesty International geht davon aus, dass die Anklage falsch ist und somit auf eine zunehmende Schikane durch die Regierung hinweist.

Die Staatsanwaltschaft des erstinstanzlichen Gerichtes in Casablanca klagte Omar Radi ausserdem wegen «sexueller Belästigung», «Vergewaltigung» sowie «Untergrabung der äusseren Sicherheit des Landes» an.

Seit im Juni 2020 ein Bericht von Amnesty International offenlegte, dass die Behörden rechtswidrig das Telefon von Omar Radi abhörten, belästigen ihn diese zunehmend.  Der Bericht von Amnesty International enthüllte Beweise, dass die marokkanischen Behörden Omar Radi gezielt mit einer Spyware der israelischen NSO-Gruppe überwachten. Nach der Veröffentlichung des Berichts starteten die marokkanischen Behörden eine Verleumdungskampagne gegen Amnesty International. Damit wollten sie die Forschungsergebnisse der Organisation diskreditieren und von den rechtswidrigen Überwachungsaktionen gegen MenschenrechtsverteidigerInnen und JournalistInnen ablenken. 

Am 29. Juli wurde Omar Radi angeklagt und abgeführt. Nun muss er sich am 24. Dezember 2020 vor einem Gericht in Casablanca verantworten.

Weitere Informationen und Modellbrief auf unserer Urgent Actions Seite

Auf Twitter können Sie ein Video über den Fall Omar Radis anschauen.

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