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Marokko: Briefaktion für Mohamed Lamine Haddi Unmenschliche Haftbedingungen

Briefe gegen das Vergessen Mai 2022
Der sahrauische Aktivist Mohamed Lamine Haddi sitzt nach einem unfairen Massenverfahren im Gefängnis. Seine Haftbedingungen sind sehr hart und grausam. Mohameds Gesundheitszustand hat sich ernsthaft verschlechtert.

Im Jahr 2013 verurteilte ein Militärgericht den sahrauischen Aktivisten Mohamed Lamine Haddi zu 25 Jahren Haft. Das Urteil erging nach einem unfairen Massenverfahren gegen insgesamt 20 Angeklagte in Zusammenhang mit dem Protestcamp «Gdeim Izik». Dieses war 2010 mit dem Ziel gegründet worden, gegen die soziale und wirtschaftliche Benachteiligung der Sahrauis zu protestieren. Nach der Auflösung des Camps durch die marokkanischen Behörden kam es zu gewaltsamen Zusammenstössen.

Grundlage des Urteils gegen Mohamed Lamine Haddi waren «Geständnisse» des Angeklagten, die unter Folter erzwungen worden waren. Ein ziviles Gericht bestätigte das Urteil im Jahr 2017 und berief sich dabei erneut auf die erzwungenen Aussagen.

Seit September 2017 befindet sich der Aktivist im Gefängnis Tiflet II in Rabat in einer etwa fünf Quadratmeter grossen Zelle in Einzelhaft und ohne Kontakt zu anderen Häftlingen. Er darf seine Zelle nicht verlassen. Sogar die ihm zuvor noch gewährte Gehstunde wurde gestrichen. Er verbringt somit 24 Stunden am Tag in seiner Zelle.

In der ersten Märzwoche schickte ihm seine Familie ein Paket mit Büchern und Medikamenten, aber der Gefängnisdirektor weigerte sich, Mohamed das Paket auszuhändigen. Auch sind seit März 2020 Besuche seines Anwalts und seiner Familie verboten.

Mohameds Zustand hatte sich nach dem 69-tägigen Hungerstreik, den er im Januar 2021 begonnen hatte, um ein Ende der Misshandlungen gegen ihn zu erreichen, ernsthaft verschlechtert. Trotz teilweiser Lähmung, Zittern, Gedächtnisverlust und starker Schmerzen war er während seines Hungerstreiks nicht medizinisch behandelt worden. Er wurde vom Gefängnispersonal stattdessen zwangsernährt. Sein Hungerstreik wurde damit ohne seine Zustimmung am 23. März 2021 beendet. Es besteht Anlass zu ernsthafter Sorge um seinen Gesundheitszustand im Falle eines erneuten Hungerstreiks.

Bitte schreiben Sie einen höflich formulierten Brief in gutem Arabisch, Französisch, Englisch oder auf Deutsch an den marokkanischen Premierminister:

BRIEFVORSCHLAG mit den Forderungen auf Deutsch
(Briefvorschlag auf Französisch hier klicken bzw. siehe ganz unten)

Exzellenz

Der sahrauische Aktivist Mohamed Lamine Haddi ist einer von 20 Angeklagten, die im Jahr 2013 im Rahmen des unfairen «Gdeim Izik»-Massenverfahrens von einem Militärgericht zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt wurden. Grundlage des Urteils waren «Geständnisse» der Angeklagten, die unter Folter erzwungen worden waren. Seit September 2017 befindet sich Mohamed Lamine Haddi im Gefängnis Tiflet II in Rabat in einer nur etwa fünf Quadratmeter grossen Zelle in Einzelhaft, ohne Kontakt zu anderen Häftlingen. Ausserdem wird er von den Gefängniswärter*innen regelmässig beleidigt und mit Folter oder sogar dem Tod bedroht.

Sein Gesundheitszustand hat sich seit seinem Hungerstreik Anfang 2021 drastisch verschlechtert. Dennoch werden ihm medizinische Versorgung, Medikamente sowie Besuche seines Rechtsbeistands und seiner Familie verweigert. Laut seiner Schwester plant er, als Protestmassnahme gegen seine Haftbedingungen und die Verweigerung seiner ärztlichen Betreuung, erneut in den Hungerstreik zu treten. Dies könnte für ihn lebensbedrohliche Folgen haben.

Bitte beenden Sie die Einzelhaft von Mohamed Lamine Haddi und anderen «Gdeim-Izik»- Gefangenen umgehend.

Sorgen Sie bitte bis zu ihrer Freilassung dafür, dass ihre Haftbedingungen internationale Standards erfüllen, dass sie (in Übereinstimmung mit der Regel N° 59 der «Mandela-Regeln») nach El-Ayoun überstellt werden und dass Mohamed Lamine Haddi sofort Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung erhält.

Ausserdem bitte ich Sie Schritte einzuleiten, damit sein Fall und der der übrigen «Gdeim-Izik»-Gefangenen in einem neuen fairen Verfahren gemäss internationaler Standards neu aufgerollt wird.

 

Hochachtungsvoll,

HÖFLICH FORMULIERTEN BRIEF AN den marokkanischen Premierminister 

Chef du gouvernement du Royaume du Maroc
HE Aziz Akhannouch
Palais Royal - Touarga
Rabat
Marokko / Maroc

Fax: 00 212 – 5377 71010
Twitter: @ChefGov_ma
Facebook: https://www.facebook.com/cg.gov.ma/

- Anrede: Français: Monsieur le Chef du gouvernement / English: Your Excellency / Deutsch: Exzellenz
- Porto: CHF 2.30
 

KOPIE AN

Botschaft des Königreichs Marokko
Helvetiastrasse 42
3005 Bern

Fax: 031 351 03 64
E-Mail: sifamaberne2@bluewin.ch ; sec_eco_amb@bluewin.ch

 

Die Beschreibung der Fälle vom Mai mit druckfertigen Modellbriefen finden Sie hier:
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Modèle de Lettre en français:

Monsieur le Chef du gouvernement,

Je vous écris car je souhaite vous faire part de ma vive préoccupation quant au sort de Mohamed Lamine Haddi. Ce militant sahraoui a été condamné en 2013 à 25 ans de prison dans le cadre du procès collectif inique de «Gdeim Izik», aux côtés de 19 autres personnes. En 2017, un tribunal civil a confirmé la condamnation de Mohamed Lamine Haddi, s’appuyant sur les déclarations qui semblent avoir été arrachées sous la torture. Il est détenu à l'isolement dans la prison de Tiflet II, à Rabat, depuis septembre 2017, où il est enfermé seul 24 heures sur 24 dans sa cellule de 5m², sans aucun contact avec les autres détenus.

L’état de santé de Mohamed s'était gravement détérioré à la suite de la grève de la faim de 69 jours qu'il avait commencée en janvier 2021 dans le but de mettre fin aux mauvais traitements. En effet, il n'avait pas reçu de soins médicaux pendant sa grève de la faim, malgré la paralysie partielle, les tremblements, les pertes de mémoire et les douleurs aigües dont il a souffert. Les gardiens de la prison l'ont alimenté de force, mettant fin à sa grève de la faim le 23 mars 2021, sans son consentement. Cela suscite donc de vives inquiétudes quant à son futur état de santé en cas de nouvelle grève de la faim.

Cette situation me préoccupe beaucoup, et je vous prie instamment de prendre toutes les mesures nécessaires pour mettre fin à la détention à l'isolement de Mohamed Lamine Haddi et des autres prisonniers de Gdeim Izik. Il est également nécessaire de garantir la conformité de leurs conditions de détention avec les normes internationales, et d’accorder à Mohamed un accès immédiat à des soins médicaux adaptés.

De plus, je vous demande que Mohamed Lamine Haddi et les autres prisonniers de Gdeim Izik soient transférés à El-Ayoun (conformément à l'article n° 59 des "Règles Mandela", qui prévoit d’affecter les détenus dans des prisons proches de leur domicile chaque fois que c’est possible).

Enfin, je vous appelle à faire rejuger Mohamed Lamine Haddi et les autres prisonniers de Gdeim Izik dans le cadre d’un procès équitable, conforme aux normes internationales.

Dans cette attente, je vous prie de croire, Monsieur le Chef du gouvernement, à l’expression de ma haute considération.