Ali al-Nimr, Dawood al-Marhoon, Abdullah al-Zaher (v.l.n.r) © Privat
Ali al-Nimr, Dawood al-Marhoon, Abdullah al-Zaher (v.l.n.r) © Privat

Saudi-Arabien: Briefaktion für Ali al Nimr, Abdullah al Zaher und Dawood al Marhoon Drohende Hinrichtungen nach unfairen Verfahren

Briefe gegen das Vergessen März 2016
Ali al-Nimr wurde am 14. Februar 2012 im Alter von 17 Jahren festgenommen, nachdem er an Demonstrationen gegen die Regierung teilgenommen hatte. Wenige Monate später wurden auch Abdullah al-Zaher und Dawood al-Marhoon, zu diesem Zeitpunkt 16 und 17 Jahre alt, inhaftiert. Heute, vier Jahre später, befinden sich Ali al-Nimr, Abdullah al-Zaher und Dawood al-Marhoon weiterhin in Haft.

Den drei Männern droht die Hinrichtung, nachdem sie im Oktober 2014 vom Sonderstrafgericht (Specialized Criminal Court - SCC) in der Hauptstadt Riad, das für terrorismusbezogene Fälle zuständig ist, in einem unfairen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt wurden. Das Urteil basierte auf «Geständnissen», die Ali al-Nimr, Abdullah al-Zaher und Dawood al-Marhoon ihren Angaben nach unter Folter und anderen Misshandlungen abgegeben hatten. Zudem wurde ihnen während der Untersuchungshaft der Zugang zu einem Rechtsbeistand verweigert. Ali al-Nimr wurde darüber hinaus auch nach seiner Verurteilung der Zugang zu einem Rechtsbeistand verwehrt, sodass er kein Rechtsmittel gegen sein Todesurteil einlegen konnte.

Die Todesurteile wurden 2015 ohne das Wissen der drei Männer, ihrer Familien und Rechtsbeistände durch ein Berufungsgericht und durch den Obersten Gerichtshof von Saudi-Arabien bestätigt. Da alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind, können Ali al-Nimr, Abdullah al-Zaher und Dawood al-Marhoon jederzeit hingerichtet werden, sobald der König die Urteile bestätigt.
 

BRIEFVORSCHLAG UND FORDERUNGEN

Majestät

Den drei Männern Ali al-Nimr, Abdullah al-Zaher und Dawood al-Marhoon, droht die Hinrichtung, nachdem sie im Oktober 2014 vom Sonderstrafgericht in Riad in einem unfairen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt wurden.
Das Urteil basierte auf «Geständnissen», die Ali al-Nimr, Abdullah al-Zaher und Dawood al-Marhoon ihren Angaben nach unter Folter und anderen Misshandlungen abgegeben hatten. Zudem wurde ihnen während der Untersuchungshaft der Zugang zu einem Rechtsbeistand verweigert. Ali al-Nimr wurde darüber hinaus auch nach seiner Verurteilung der Zugang zu einem Rechtsbeistand verwehrt, sodass er kein Rechtsmittel gegen sein Todesurteil einlegen konnte.

Die Todesurteile wurden 2015 ohne das Wissen der drei Männer, ihrer Familien und Rechtsbeistände durch ein Berufungsgericht und durch den Obersten Gerichtshof bestätigt.

Ich bin äusserst besorgt über diese Situation und bitte Sie, Majestät, die Schuldsprüche und Todesurteile gegen Ali al-Nimr, Abdullah Hasan al-Zaher und Dawood Hussein al-Marhoon aufzuheben und sicherzustellen, dass sie gemäss den Bestimmungen und Standards des Völkerrechts in Verfahren vor Gericht gestellt werden, in denen nicht auf die Todesstrafe zurückgegriffen wird. Ich bitte Sie zudem höflich, unverzüglich eine unabhängige Untersuchung der erhobenen Foltervorwürfe einzuleiten.

Hochachtungsvoll

 

Höflich formulierten Briefe an

KÖNIG UND PREMIERMINISTER
His Majesty Salman bin Abdul Aziz Al Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King
Royal Court, Riyadh
KÖNIGREICH SAUDI-ARABIEN

Fax (via das Innenministerium): +966 11 403 3125 (Bitte mehrmals versuchen)
Twitter : @KingSalman

Kopie an

Botschaft des Königreichs Saudi-Arabien
Kirchenfeldstrasse 64
3005 Bern

Fax: 031 351 45 81
E-Mail: saudia.be@bluewin.ch
chemb@mofa.gov.sa

 

Einen druckfertigen Modellbrief auf Deutsch finden Sie auf Seite 6 in diesem Word-Dokument.