Syrien / Uno-Bericht Amnesty verurteilt den Einsatz von Chemiewaffen auf das Schärfste

18. September 2013
Uno-Chefwaffeninspektor Åke Sellström hat den Einsatz des Nervengiftes Sarin bei einem Angriff am 21. August 2013 auf das Ghouta-Viertel von Damaskus bestätigt. Es gebe «klare und überzeugende» Beweise dafür, heisst es in dem Bericht, der am 16. September 2013 dem Uno-Sicherheitsrat vorgelegt wurde.

Amnesty International verurteilt den Einsatz von Chemiewaffen auf das Schärfste. Chemiewaffen sind international geächtet, ihr Einsatz ist ein Kriegsverbrechen.

Die Organisation fordert, dass den Uno-Kontrolleuren sofortiger und ungehinderter Zugang zu allen Gebieten in Syrien zugesichert wird und dass ihnen jede benötigte Information zur Verfügung gestellt wird. Nur so kann geklärt werden, wer für den Giftgasangriff vom 21. August verantwortlich ist. Zudem sollen alle begangenen Kriegsverbrechen umfassend untersucht werden, egal, welche Seite dafür verantwortlich ist.

Täglich werden in Syrien Verbrechen begangen, die gegen Internationales Recht verstossen. Deshalb müssen die Verantwortlichen für all diese Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden, nicht nur für die Giftgasattacke am 21. August.

Amnesty International drängt den Uno-Sicherheitsrat, die Situation in Syrien an den Internationalen Strafgerichtshof zu überweisen. Das syrische Regime soll ebenso wie die anderen Kriegsparteien sicherstellen, dass Hilfsorganisationen freien und ungehinderten Zugang zu Zivilisten erhalten, unabhängig von Staatsgrenzen oder Frontverläufen.

Seit Beginn des Syrienkonflikts wurden über 100‘000 Menschen getötet. 4,25 Millionen Leute wurden innerhalb Syriens vertrieben, weitere 2 Millionen Menschen sind ins Ausland geflüchtet. Die internationale Gemeinschaft muss endlich handeln, um die Zivilbevölkerung besser zu schützen und zu versorgen. Dazu zählt auch die finanzielle und logistische Unterstützung der Nachbarländer Syriens, die die meisten Flüchtlinge bei sich aufgenommen haben.