Aleppo: Das Quartier Salahideen Anfang April nach einem Angriff durch eine Boden-Boden-Rakete. © Amnesty International / Khalil Hajjar
Aleppo: Das Quartier Salahideen Anfang April nach einem Angriff durch eine Boden-Boden-Rakete. © Amnesty International / Khalil Hajjar

Syriens Hölle in Aleppo Fassbomben-Terror zwingt Menschen in den Untergrund

Bericht aus Aleppo: Immer mehr Menschen fristen ihr Leben unter Tage. Fassbomben mit besonders grausamer Wirkung werden auch auf zivile Einrichtungen, Moscheen und Märkte abgeworfen, so dass auch Schulen und Spitäler in den Untergrund gezwungen werden. Ein Amnesty Bericht spricht von mutmasslichen Kriegsverbrechen seitens der Regierung.

Immer mehr Menschen in den von der Opposition besetzten Stadtteilen Aleppos fristen ihr Leben im Untergrund, um den unablässigen Bombardierungen durch die Regierung zu entgehen. In einem neuen Bericht dokumentiert Amnesty International den alltäglichen Terror und das unsägliche Leid, dem die Zivilbevölkerung in Aleppo ausgesetzt ist.

Der Bericht «Death everywhere: War crimes and human rights abuses in Aleppo» belegt im Detail die Kriegsverbrechen und andere Menschenrechtsverletzungen, die in der Stadt Aleppo von Regierungskräften und der bewaffneten Opposition alltäglich begangen werden. In einigen Fällen, so Amnesty International, haben sich die Regierungstruppen mutmasslicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht.

Besonders grosses Leid haben so genannte Fassbomben verursacht – mit Metallteilen gefüllte Behälter –, die von Regierungstruppen auf Schulen, Spitäler, Moscheen und bevölkerte Märkte abgeworfen wurden. Viele Spitäler und Schulen haben ihre Tätigkeit in Kellergeschosse oder unterirdische Bunker verschoben, um in Sicherheit zu sein. Im Gouvernement Aleppo forderten Fassbomben allein im vergangenen Jahr über 3000 Tote, in ganz Syrien seit 2012 mehr als 11'000. Der systematische Abwurf solcher Bomben auf zivile Einrichtungen erfüllt vermutlich den Tatbestand von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Medienmitteilung veröffentlicht: 05. Mai 2014, Bern
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