Rebellenkämpfer kämpfen mit schweren Maschinengewehren gegen Regierungstruppen bei Deir al-Zoghb am 31. August 2015 © OMAR HAJ KADOUR/AFP/Getty Image
Rebellenkämpfer kämpfen mit schweren Maschinengewehren gegen Regierungstruppen bei Deir al-Zoghb am 31. August 2015 © OMAR HAJ KADOUR/AFP/Getty Image

Syrien Entführungen, Folter und Massenexekutionen durch bewaffnete Gruppen

Medienmitteilung 5. Juli 2016, London/Bern – Medienkontakt
Bewaffnete Oppositionsgruppen im Norden Syriens, die mutmasslich auch von Staaten wie Katar, Saudi Arabien, der Türkei und den USA unterstützt werden, sind für erschreckende Gewalttaten verantwortlich.

Dies geht aus einem neuen Bericht von Amnesty International hervor: «Torture was my punishment’: Abductions, torture and summary killings under armed group rule in Aleppo and Idleb» (‚Ich wurde zur Strafe gefoltert‘: Entführungen, Folter und Massenexekutionen durch bewaffnete Gruppen in Aleppo und Idlib).

  • Der Bericht gibt einen seltenen Einblick über das Leben in den Gebieten unter Kontrolle der bewaffneten Opposition. Er zeigt zudem auf, wie die Städte und ihre umliegenden Gebiete von den Rebellengruppen verwaltet werden.
  • Dokumentiert werden Gewalttaten von fünf bewaffneten Gruppen, welche seit 2012 die Kontrolle über Teile von Aleppo und Idlib haben. Es handelt sich um die Bewegung Nour al-Dine Zinki, die al-Shamia Front und Division 16 aus der Aleppo-Conquest-Koalition (auch bekannt unter Fatah Halab) sowie um Jabhat al-Nusra und die «Islamische Bewegung Ahrar al-Sham» in Idlib.
  • Es wird vermutet, dass einige dieser Gruppen die Unterstützung von Staaten wie Katar, Saudi Arabien, der Türkei und den USA geniessen – dies obwohl es Hinweise gibt, dass die Rebellen gegen humanitäres Völkerrecht verstossen. Amnesty fordert diese Staaten auf, Druck auf die Gruppierungen auszuüben und jegliche Waffenlieferungen zu stoppen. Die Menschenrechtsorganisation dokumentierte in diversen Berichten schwere Kriegsverbrechen seitens der syrischen Armee und verbündeter Milizen und fordert seit Jahren auch ein Waffenembargo gegen das Asad-Regime.
  • «In Aleppo und Idlib haben heute bewaffnete Gruppen freie Hand um straffrei Kriegsverbrechen und andere Verletzungen des humanitären Völkerrechts zu begehen», sagt Philip Luther, Direktor von Amnesty International für den Nahen Osten und Nordafrika: «Schockierend ist, dass die bewaffneten Gruppen nachweislich dieselben Foltermethoden anwenden, die routinemässig von der syrischen Regierung gebraucht werden».