Tausende Menschen sind bei Wintertemperaturen weiterhin in Aleppo eingeschlossen. © AFP/Getty Images
Tausende Menschen sind bei Wintertemperaturen weiterhin in Aleppo eingeschlossen. © AFP/Getty Images

Syrien Uno-Sicherheitsrat hat endlich eine Resolution zu Aleppo verabschiedet

20. Dezember 2016
Nach unzähligen politischen Manövern und zähen Verhandlungen hat sich der Uno-Sicherheitsrat schliesslich doch noch zur Entsendung von BeobachterInnen nach Aleppo durchringen können. Die Resolution war überfällig.

Der Entscheid folgte nach einem Wochenende intensiver Verhandlungen unter der Gefahr eines dritten russischen Vetos innerhalb von drei Monaten.

«Die Welt beobachtet, wie die Uno auf die Notlage in Aleppo reagiert. Die wichtige Massnahme kommt viel zu spät – Hundertausende von Menschen hatten von der syrischen und von der russischen Regierung eine sichere Evakuierung der Menschen und die unabhängige Überwachung derselben verlangt. Tausende von Menschen sind aber weiterhin in den belagerten Gebieten in Ost-Aleppo eingeschlossen und warten bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt auf ihre Rettung», sagte Sherine Tadros, Leiterin des Uno-Büros von Amnesty International in New York.

«Seit Tagen schon läuft die Evakuierung, und wir mussten mitansehen, wie Konvois unter Beschuss genommen wurden – warum hat es so lange gedauert, bis dieser notwendige Schritt endlich unternommen wurde?»

Unzureichendes Mandat

Doch das Mandat des Sicherheitsrats sei viel zu eng gefasst, die Möglichkeiten der BeobachterInnen gering: «Sie sollten nicht nur beobachten, sondern müssen auch die Erlaubnis erhalten, begangene Kriegsverbrechen zu untersuchen», fordert Sherine Tadros.

«Jetzt, da der Uno-Sicherheitsrat sich endlich entschlossen hat, in Aleppo zu handeln, muss er weitere Schritte unternehmen und dringend Beobachter auch in andere Gebiete ausserhalb Aleppos schicken, aus denen Menschen evakuiert werden.»

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