Briefe gegen das Vergessen: Ali Ben Salem Menschenrechtsverteidiger schikaniert

Der 78-jährige Ali Ben Salem ist aufgrund seiner Menschenrechtsarbeit seit Jahren Schikanen und Einschüchterungen durch tunesische SicherheitsbeamtInnen ausgesetzt. Ali Ben Salem hat mehrere ...

Der 78-jährige Ali Ben Salem ist aufgrund seiner Menschenrechtsarbeit seit Jahren Schikanen und Einschüchterungen durch tunesische SicherheitsbeamtInnen ausgesetzt.

Ali Ben Salem hat mehrere Menschenrechtsorganisationen gegründet. In seinem Privathaus befindet sich das Regionalbüro der Tunesischen Menschenrechtsliga (Ligue Tunisienne des Droits de l’Homme), einer der ältesten Organisationen in Tunesien. Seit September 2005 sind MitarbeiterInnen des Sicherheitsdienstes ununterbrochen vor seinem Haus postiert und gestatten nur nahen Familienangehörigen nach einer Ausweiskontrolle den Eintritt. Seine Telefonleitung und sein Internetzugang wurden 2005 gesperrt, und er fürchtet, dass sein Handy abgehört wird. SicherheitsbeamtInnen folgen jedem seiner Schritte und hindern ihn immer wieder daran, Gebäude zu betreten, in denen Versammlungen stattfinden.

Vor zehn Jahren wurde Ali Ben Salem von SicherheitsbeamtInnen in Zivil festgenommen. Sie brachten ihn zu einer Polizeiwache in Tunis und schlugen und traten ihn. Anschliessend setzten sie Ali Ben Salem an einer Baustelle aus, um ihn dort dem Tod zu überlassen. Er überlebte jedoch, und im Jahr 2005 reichte er eine Beschwerde beim UN-Ausschuss gegen Folter ein. Dieser befand, dass das Vorgehen gegen den Menschenrechtler als Folter einzustufen war. Der Ausschuss forderte die tunesischen Behörden auf, Wiedergutmachung zu leisten.

Ali Ben Salem leidet an verschiedenen schweren Rücken- und Herzerkrankungen. Die Behörden verweigern ihm die kostenlose Krankenkarte, die ihm als Kriegsveteran zusteht, sowie seine Beamtenpension. Ausserdem wird ihm kein Reisepass ausgestellt. Aufgrund einer Aussage von 2006, in der er die Folter in tunesischen Gefängnissen angeprangert hatte, wird er beschuldigt, «falsche Nachrichten verbreitet zu haben, die die öffentliche Ordnung gefährden können».


Forderungen der abgeschlossenen Aktion

 

Exzellenz

Der 78-jährige Ali Ben Salem ist aufgrund seiner Menschenrechtsarbeit seit Jahren Schikanen und Einschüchterungen durch tunesische SicherheitsbeamtInnen ausgesetzt. Seit September 2005 sind MitarbeiterInnen des Sicherheitsdienstes ununterbrochen vor seinem Haus postiert und gestatten nur nahen Familienangehörigen nach einer Ausweiskontrolle den Eintritt.

Vor zehn Jahren wurde Ali Ben Salem von SicherheitsbeamtInnen gefoltert und auf einer Baustelle gesetzt, um ihn dort dem Tod zu überlassen. Er überlebte jedoch, und im Jahr 2005 reichte er eine Beschwerde beim UN-Ausschuss gegen Folter ein. Der Ausschuss forderte die tunesischen Behörden auf, Wiedergutmachung zu leisten.

Ali Ben Salem leidet an verschiedenen schweren Rücken- und Herzerkrankungen. Die Behörden verweigern ihm die kostenlose Krankenkarte, die ihm als Kriegsveteran zusteht, sowie seine Beamtenpension. Ausserdem wird ihm kein Reisepass ausgestellt.

Ich fordere Sie höflich auf, dass die Anklagen gegen Ali Ben Salem fallengelassen werden und er nicht mehr schikaniert und eingeschüchtert wird. Ich bitte ich Sie, dafür zu sorgen, dass er einen Reisepass, eine Krankenkarte und die ihm zustehende Pension erhält.

Hochachtungsvoll

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom Juni 2010 |  Zurück zur Übersicht Juni 2010 | Word-Dokument herunterladen | E-Mail Alert für «Briefe» abonnieren