Myanmar: Ma Khin Khin Leh: Hintergrund Lebenslange Haft nach Organisation einer friedlichen Kundgebung

Die Lehrerin Ma Khin Khin Leh wurde im Juli 1999 zusammen mit ihrer dreijährigen Tochter und 17 anderen Personen in Bago, Myanmar (früheres Burma) festgenommen. Das Kind wurde nach fünf Tagen freigela

Die Lehrerin Ma Khin Khin Leh wurde im Juli 1999 zusammen mit ihrer dreijährigen Tochter und 17 anderen Personen in Bago, Myanmar (früheres Burma) festgenommen. Das Kind wurde nach fünf Tagen freigelassen, Ma Khin Khin Leh jedoch zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Ma Khin Khin Lehs Ehemann, Kyaw Wunna, ist Mitglied des Dachverbandes der birmanischen Studentenvereinigungen (All Burma Federation of Student Unions). Gemeinsam mit anderen pro-demokratischen AktivistInnen planten Ma Khin Khin Leh und ihr Ehemann für den 19. Juli 1999 einen friedlichen Marsch, um gegen die hohen Lebensmittelpreise und die tiefen Löhne in ihrem Land zu protestieren.

Im Vorfeld der Veranstaltung waren Flugblätter verteilt worden. In diesem Zusammenhang nahmen die Behörden die damals 33-jährige Ma Khin Khin Leh und ihre Tochter fest. Ma Khin Khin Leh und die in den folgenden Tagen inhaftierten Personen wurden in das Hauptquartier des Militärgeheimdienstes in Bago gebracht. Ma Khin Khin Leh kam später in das Insein-Gefängnis in Yangon (Rangun). Am 3. Dezember 1999 wurde sie wegen «Anstiftung zur Unruhe» zu lebenslanger Haft verurteilt, was sogar für die Verhältnisse in Myanmar eine sehr hohe Strafe darstellt. Ma Khin Khin Lehs Gesundheit hat sich im Gefängnis rapide verschlechtert. Sie ist lungenkrank und leidet unter den Folgen von Folter und Misshandlungen, sowie unter den katastrophalen Verhältnissen im Gefängnis von Rangun. Amnesty International befürchtet, dass Ma Khin Khin Lehs Leben in Gefahr ist.

Die Militärregierung von Myanmar rechtfertigt Verhaftungen wie diejenige von Ma Khin Khin Leh mit Argumenten wie «Anstiftung zur Unruhe» oder «Kontakt zu illegalen Organisationen». Derzeit werden über 1000 politische Gefangene von den Behörden gefangen gehalten. Menschen aus allen Gesellschaftsschichten – vor allem aber JournalistInnen, StudentInnen, LehrerInnen und JuristInnen – verbüssen lange Haftstrafen für das friedliche Eintreten für Demokratie und Menschenrechte. Viele von ihnen wurden gefoltert und sind unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert, viele weitere sind in der Haft gestorben. Unter dem Vorwand der «Gefährdung der Sicherheit» werden Menschen aufgrund ihrer friedlichen politischen oder religiösen Aktivitäten verfolgt. Die Prozesse entsprechen in keinerlei Hinsicht internationalen Standards.

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