Artur Akhmatkhanov, Russische Föderation 22-jähriger Tschetschene seit 2003 «verschwunden»

Augenzeugen berichteten Artur Akhmatkhanov’s Mutter, dass vermummte Soldaten - sehrwarscheinlich Angehörige des Inlandgeheimdienstes FSB - ihren Sohn und eine weitere Person, die angeblich durch Schüs

Augenzeugen berichteten Artur Akhmatkhanov’s Mutter, dass vermummte Soldaten - sehrwarscheinlich Angehörige des Inlandgeheimdienstes FSB - ihren Sohn und eine weitere Person, die angeblich durch Schüsse der Soldaten verwundet worden war, gefangen genommen hätten. Einer der Männer wurde offenbar mit einem Sack über dem Kopf in einen gepanzerten Wagen gestossen.      

Berichten zufolge wurde der Tatort erst am nächsten Tag von Polizei und FSB-Offizieren untersucht. Die Familie von Artur Akhmatkhanov wurde nicht über das Ergebnis der Untersuchung informiert.

Vier Jahre ohne Nachricht

Fast vier Jahre nach dem Vorfall wartet Artur Akhmatkhanovs Familie noch immer auf Neuigkeiten über seinen Verbleib. Die Reaktion des russischen Militärs auf Anfragen der Familie ist typisch für Fälle des «Veschwindenlassens»: In einem Brief an die tschetschenischen Behörden schrieb der Militärstaatsanwalt am 11. März 2004, dass zum Zeitpunkt der Verhaftung Akhmatkhanovs «keine besonderen Operation mit dem Ziel der Festnahme von Bürgern auf tschetschenischem Gebiet durchgeführt, niemand verhaftet und/oder den Strafverfolgungsbehörden übergeben wurde». Mit anderen Worten: Das russische Militär habe nichts zu tun mit dem «Verschwinden» von Artur Akhmatkhanov.

«Verschwindenlassen» ist weit verbreitet

Gezieltes «Verschwindenlassen» von Personen seitens der staatlichen Sicherheitskräfte bleibt weiterhin eine gängige Praxis im Nordkaukasus und stellt eine schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte dar. Was die russische Regierung in dieser Region offiziell als «Kampf gegen den Terror» bezeichnet, ist in Tat und Wahrheit nur ein Vorwand, um solche gravierenden Menschenrechtsverletzungen zu rechtfertigen.