Briefmarathon 2007 Weltweit mehr als 200’000 Briefe verschickt

Mehr als 39’000 Briefe wurden am Briefmarathon 2007 von der Schweiz aus geschrieben. Dabei setzte sich die Schweizer Sektion von AI für acht Opfer von Menschenrechtsverletzungen aus China, Myanmar (Burma), Russland, Honduras, der Türkei und der Demokratischen Republik Kongo ein.
Trotz eisiger Kälte beteiligten sich viele an der Schreibaktion auf dem Bundesplatz © Valérie Chételat

«Wir hoffen, dass unsere Briefe auch in diesem Jahr in möglichst vielen Fällen zu einer Verbesserung der Situation beitragen», sagt Rudi von Planta, Koordinator des Briefmarathons in der Schweiz. Letztes Jahr trug die Briefaktion für fünf von acht Personen zu einer Verbesserung ihrer Situation oder gar zu ihrer Freilassung aus dem Gefängnis bei. 

Schreibaktionen in Gottesdiensten und Discos

Insgesamt beteiligten sich in der Schweiz über 50 AI-Gruppen, 77 Schulen, sechs Kirchgemeinden und unzählige Einzelpersonen an der Briefschreibe-Aktion, die vom 3. bis zum 10. Dezember dauerte. Geschrieben wurde an AI-Ständen, in Cafés, im Rahmen von Mahnwachen und Gottesdiensten, in Bibliotheken, Discos, via Internet oder bei Privatpersonen, die bei sich zu Hause Schreibstuben einrichteten.

Auf reges Interesse stiess auch die Speakers-Tour mit Wang Youcai aus China und Amine Sidhoum aus Algerien. Der chinesische Dissident, der wegen seines Einsatzes für die Demokratie mehrere Jahre im Gefängnis verbrachte und der Menschenrechtsanwalt aus Algerien, der permanenten Drohungen und Strafverfahren ausgesetzt ist, erzählten über die Menschenrechtslage in ihrem Land, über ihr Schicksal und wie sich ihre Situation dank den Briefen von AI verbesserte. Neben Treffen mit AI-AktivistInnen sowie zahlreichen anderen Interessierten suchten die beiden Menschenrechtsverteidiger auch das Gespräch mit Personen aus der Schweizer Bundesverwaltung.

Patty Schnyder für Amnesty  © AI
Grossevent mit Patty Schnyder auf dem Bundesplatz

Als Höhepunkt des Briefmarathons fanden sich am 8. Dezember trotz eisiger Kälte mehrere Hundert BriefeschreiberInnen auf dem Berner Bundesplatz ein, um an 100 Tischen auf alten Schreibmaschinen Briefe zu schreiben. Unterstützt wurde die Aktion von der Tennisspielerin Patty Schnyder, die auf dem Bundesplatz ebenfalls zu Stift und Papier griff.  «Ich finde die Idee des Briefmarathons genial: Es ist fantastisch, dass ein so einfaches Mittel so wirksam sein kann», erklärte sie zu ihrem Engagement. Alleine auf dem Bundesplatz wurden 1500 Briefe geschrieben.

Mehr als 200'000 Briefe weltweit geschrieben

Nicht nur in der Schweiz, sondern auf der ganzen Welt setzten sich Menschen anlässlich des Menschenrechtstags mit Briefaktionen für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen ein. Von Bahrain über die Bermudas bis Mali, Togo, Nepal und Thailand nahmen insgesamt 40 Länder am Briefmarathon 2007 teil und schrieben über 200'000 Briefe.

Stand der Informationen: Februar 2008